

youngCaritas am Caritas-Forum 2026
Am Caritas-Forum, welches vom Bereich Grundlagen und Politik der Caritas Schweiz veranstaltet wurde, durften auch wir von youngCaritas teilnehmen. Zudem waren zwei unserer Freiwilligen dabei, denen wir gratis ein Ticket für die Veranstaltung verlosen durften. Unter den Gastredner*innen war auch die Schweizer Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Sie betonte, Armut vorzubeugen und zu bekämpfen sei eine gemeinsame Verantwortung und erfordere ein kollektives Engagement. Die Tagung, die im Rahmen des 125-Jahr-Jubiläums von Caritas Schweiz stattfand, stellte die Frage ins Zentrum, wie es um die soziale Schweiz steht.
Alle Menschen in der Schweiz sollten jederzeit ein würdiges Leben führen können, unterstrich Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider vor 300 Fachpersonen und Interessierten. Dieser Anspruch entspricht aber angesichts über 700'000 armutsbetroffener Menschen nicht der Realität. Aus Sicht der Sozialministerin sind im Kampf gegen Armut nachhaltige Lösungen gefragt. Die Schweiz nehme ihre Verantwortung ernst.
«Der Bund arbeitet mit Kantonen, Gemeinden und der Zivilgesellschaft – unter anderem mit der Caritas – zusammen, um die Entwicklung und Umsetzung wirksamer Massnahmen zu fördern.»Elisabeth baume-schneiderbundesrätin
Baume-Schneider stellte sich im Anschluss an ihr Referat auch Fragen aus dem Publikum.
Ungleichheit in der Schweiz wächst
An der Tagung wurde nach den Bruchstellen und Lücken im sozialen System der Schweiz gefragt. Andreas Lustenberger, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz, betonte die zunehmende Ungleichheit, die auch in der Schweiz festzustellen sei. Während sich die Vermögen immer stärker konzentrierten, hätten viele Haushalte kaum genug zum Leben.
«Wächst die soziale Kluft, sinkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Auf Armutsbetroffene wird herabgeschaut, Wohlhabende erfahren soziale Wertschätzung.»andreas lustenbergermitglied der geschäftsleitung von caritas schweiz
Die Öffentlichkeit müsse deshalb nicht nur über das «Zuwenig», sondern auch über das «Zuviel» diskutieren, damit strukturelle Ungleichheit verringert werden könne.
Wie es sich auf eine Familie auswirkt, von Armut betroffen zu sein, zeigte Claudia Schwarz Farhat auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen auf. Sie lancierte damit die Podiumsdiskussion, in der Strategien gegen die Armut im Zentrum standen. Der Walliser Staatsrat Mathias Reynard, Präsident der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren, und Patricia von Falkenstein, Nationalrätin Liberal-Demokratische Partei, Basel, diskutierten mit Marco Salvi von Avenir Suisse und Caritas-Direktor Peter Lack.
Anna Koukal vom Bundesamt für Sozialversicherungen stellte die zentralen Erkenntnisse des kürzlich veröffentlichten ersten nationalen Armutsmonitorings vor. Nach ihrem Vortrag verteilte sie physische Exemplare des Armutsmonitorings an alle Interessierten. So findet sich jetzt auch eines davon in unserem Büro in Luzern wieder. Wie die Corona-Krise blinde Flecken der Sozialpolitik aufgezeigt hat, erläuterten Emilie Rosenstein und Naël Froehlich von der Hochschule für soziale Arbeit und Gesundheit in Lausanne. Dass NGOs noch besser als Soziales Frühwarnsystem dienen können, zeigten Oliver Hümbelin und Rulla Sutter vom Institut Soziale Sicherheit und Sozialpolitik der Berner Fachhochschule sowie Ismail Mahmoud, Sozialarbeiter bei Caritas beider Basel, auf.
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Titelbild: © youngCaritas