Migration und Flucht

Fakten und Hintergrundinformationen

Jeden Tag verlassen Tausende von Menschen ihre Heimat – manche aus freien Stücken, viele jedoch, weil sie keine andere Wahl haben. Kriege, politische Verfolgung, Naturkatastrophen oder wirtschaftliche Not zwingen Menschen zur Flucht. Migration und Flucht sind keine neuen Phänomene, doch sie sind heute präsenter denn je und werfen viele Fragen auf: Was unterscheidet Migration von Flucht? Warum müssen Menschen flüchten? Und wie funktioniert das Asylsystem in der Schweiz?

Auf dieser Seite findest du Antworten auf diese und weitere Fragen sowie die wichtigsten Zahlen und Fakten zu Migration und Flucht.

Fragen und Antworten

Die Begriffe Migration und Flucht werden oft synonym verwendet. Es ist jedoch wichtig, eine Unterscheidung vorzunehmen:

Migration kommt vom lateinischen Wort migratio (=Wanderung) und bezeichnet die Abwanderung in ein anderes Land, in eine andere Gegend oder an einen anderen Ort. Dies kann sowohl freiwillig als auch unfreiwillig geschehen. Zu den Migrant*innen gehört somit sowohl die Deutsche Ärztin, die in der Schweiz lebt und arbeiten, als auch der Geflüchtete aus Syrien, der in der Schweiz Asyl beantragt.

Flucht hingegen bedeutet das Ausweichen aus einer nicht zu bewältigenden Lebenssituation. Von Flucht kann also dann gesprochen werden, wenn eine Person nicht freiwillig auswandert, sondern aufgrund der Umstände gezwungen wird.

Gründe für eine Flucht sind stets komplex. Selten handelt es sich um einen einzigen, sondern oftmals um eine Kombination aus verschiedenen Gründen. Dabei ist Flucht meistens die letzte Möglichkeit. Niemand lässt unüberlegt und freiwillig alles Bekannte und alle geliebten Menschen zurück, ohne zu wissen, wohin es geht und wann und ob überhaupt jemals eine Rückkehr möglich ist. Die häufigsten Fluchtgründe sind folgende:

  • Kriege, Konflikte und Gewalt
  • Verfolgung aufgrund der politischen Meinung, Religion, Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe etc.
  • Armut
  • Naturkatastrophen / Umweltveränderungen

Der Begriff Flüchtling wird im Sprachgebrauch oft für alle Menschen verwendet, welche ihre Heimat zwangsweise verlassen mussten. Der Begriff ist jedoch durch internationale Gesetze eng definiert. In der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 ist festgehalten, dass folgende Eigenschaften erfüllt sein müssen, damit eine Person als Flüchtling anerkannt wird und dadurch Anspruch auf Schutz hat:

  1. Sie befindet sich ausserhalb ihres Heimatlandes.
  2. Ihr drohen schwerwiegende Nachteile im Heimatland;
    also Leib, Leben, Freiheit oder psychische Gesundheit
    sind gefährdet.
  3. Die Person wird gezielt verfolgt. Als Verfolgungsgrund
    gelten folgende Motive: «Rasse», Religion, Nationalität,
    Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder sozialen Gruppe
    sowie politische Anschauung.
  4. Der eigene Staat kann oder will den Schutz der betroffenen Person nicht garantieren.

Viele Vertriebene, die beispielsweise vor Kriegen oder den Auswirkungen des Klimawandels fliehen, werden aktuell nicht als Flüchtlinge anerkannt. Deshalb fordern immer mehr Stimmen eine Überarbeitung und Anpassung der Flüchtlingsdefinition an die veränderten globalen Bedingungen.

Gemäss dem UNHCR Global Trends Report wurden 2025 aus folgenden fünf Herkunftsländern die meisten Flüchtlinge registriert:

  1. Venezuela - 6.4 Millionen
  2. Ukraine - 5.2 Millionen
  3. Syrien - 4.9 Millionen
  4. Afghanistan - 3.7 Millionen
  5. Sudan - 2.8 Millionen

Gemäss UNHCR beherbergen aktuelle folgende Länder am meisten Flüchtlinge:

  1. Iran - 3.8 Millionen
  2. Türkei - 3.3 Millionen
  3. Kolumbien - 2.9 Millionen
  4. Deutschland - 2.6 Millionen
  5. Pakistan - 2 Millionen

Rund 60 % der weltweit Vertriebenen, also 73,5 Millionen
Menschen, sind in innerhalb ihres Heimatlandes auf der
Flucht, also sogenannte Binnenvertriebene. Von den Personen, welche über die Landesgrenze ihres Heimatlandes
flüchten, bleiben zudem rund zwei Drittel in einem Nachbarland. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind
es oft Länder des globalen Südens, welche die meisten
Geflüchteten aufnehmen; Rund drei Viertel der Geflüchteten
weltweit leben in Ländern mit niedrigem und mittlerem
Einkommen.

Die fünf Länder mit den meisten Binnenvertriebenen sind:

  1. Sudan - 9.1 Millionen
  2. Kolumbien - 7.2 Millionen
  3. Syrien - 6 Millionen
  4. Jemen - 4.8 Millionen
  5. Afghanistan - 4.4 Millionen

Seit März 2019 ist das beschleunigte Asylverfahren in Kraft. Dieses hat zum Ziel, schnellere und gerechtere Verfahren zu ermöglichen. Eine Person, welche einen Asylantrag stellt, wird in einem von sechs Bundesasylzentren untergebracht. In diesem Zentrum arbeiten SEM-Mitarbeitende, Jurist*innen und Übersetzer*innen unter einem Dach. Damit soll erreicht werden, dass die Mehrheit der Gesuche in maximal sechs Monaten geprüft werden kann.

Im Jahr 2025 sind rund 165'386 Personen in die Schweiz eingewandert. Im gleichen Zeitraum haben 82'659 Personen
die Schweiz verlassen. Asylsuchende werden in dieser
Statistik nicht mitgezählt, da es sich nicht um permanente,
sondern um temporäre Migration handelt. Die
grosse Mehrheit der Zugewanderten, rund Dreiviertel der Personen, kommt aus europäischen Ländern.

Top 3-Gründe für Einwanderung 2025:

  1. Erwerbstätigkeit: 88'355
  2. Familiennachzug: 42'170
  3. Aus- und Weiterbildung: 17'579

2025 wurden in der Schweiz 25'781 Asylgesuche beim
Staatssekretariat für Migration (SEM) eingereicht. Die
Schweiz hat im Vergleich zu den nördlichen und westlichen
Nachbarn weniger Bedeutung als Zielland, sondern
ist für viele Asylsuchende ein Transitland – also ein Land
zur Durchreise. Die Asylgesuche der Schweiz machten
2025 nur 2,7 % der europaweit gestellten Gesuche aus.
Die meisten Gesuche in der Schweiz kamen von Schutzsuchenden aus Afghanistan, gefolgt von Eritrea, der Türkei, Algerien und Somalia.

Das Staatssekretariat für Migration publiziert jeden Monat eine aktualisierte Asylstatistik:

  • Ende 2025 waren in der Schweiz rund 230'000 Menschen aus dem Asylkontext registriert. Dazu gehören anerkannte Flüchtlinge (B), vorläufig aufgenommene Personen (F), Personen mit Schutzstatus S und Asylsuchende im Verfahren (N).
  • Gemessen an der Gesamtbevölkerung machen Geflüchtete rund 2,5 % der Schweizer Bevölkerung aus.
  • Die eingereichten Asylgesuchen haben zwischen 2015 und 2020 stark abgenommen. Dies kann jedoch nicht zwingend auf eine veränderte Situation in den Heimatländern zurückgeführt werden. Wichtige Gründe sind unter anderem der verstärkte Grenzschutz an der europäischen Aussengrenze und die Corona-Pandemie.
  • Seit 2021 sind die Zahlen wieder stark gestiegen, was unter anderem mit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan und dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine erklärt werden kann.

Caritas Schweiz setzt sich sowohl im Ausland als auch in der Schweiz für Menschen auf der Flucht ein.

Caritas Schweiz setzt sich weltweit für die Rechte von Migrierenden ein, fördert menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen für Migrant*innen und ermöglicht ihnen den Zugang zu Bildungs-, Arbeits-, und Wohnangeboten.

In der Schweiz engagiert sich die Caritas in vielfältiger Form für Asylsuchende und Flüchtlinge. In der West-, Zentralschweiz und im Tessin übernimmt Caritas Schweiz die juristische Vertretung der Asylsuchenden während des Verfahrens. In verschiedenen Kantonen haben Caritas Schweiz oder die regionalen Caritasorganisationen einen Auftrag zur Unterbringung, Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Weitere Projekte fördern die gesellschaftliche Teilhabe von benachteiligten Migrant*innen.

Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, wie du dich für Asylsuchende und Flüchtlinge in der Schweiz engagieren kannst:

Informiert bleiben und andere aufklären
Informiere dich bei seriösen Quellen über die Themen Migration, Flucht und Asyl. So lernst du, Fake News zu erkennen und kannst Vorurteilen oder falschen Aussagen mit verlässlichen Fakten begegnen.

Begegne deinen Mitmenschen respektvoll und ohne
Vorurteile

Achte in deinem Alltag darauf, eine Sprache zu verwenden, die niemanden diskriminiert und hinterfrage regelmässig deine eigene Haltung gegenüber geflüchteten Menschen, um Vorurteile zu erkennen und zu vermeiden.

Auf politischer Ebene mitbestimmen
Die Schweizer Migrationspolitik beeinflusst den Umgang mit geflüchteten Menschen massgebend. In der Schweiz hat man das grosse Privileg, auf politischer Ebene mitbestimmen zu können. In dem du an Abstimmungen und Wahlen teilnimmst oder politische Vorstösse unterstützt, kannst du Einfluss auf die Rahmenbedingungen nehmen.

Engagiere dich mit uns
Du möchtest dich selbst freiwillig engagieren und dich gemeinsam mit youngCaritas für mehr Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen? Wir bieten dir verschiedene Möglichkeiten,
um selbst aktiv zu werden.

Setze dein eigenes Projekt um
Hast du eine Idee, wie du deine Umgebung gemeinschaftlicher gestalten kannst? Setzt du dich mit deinem Freiwilligenprojekt für soziale Gerechtigkeit oder Umweltschutz ein? Egal, ob du noch ganz am Anfang stehst, schon erste Erfahrungen gesammelt hast oder dein Projekt weiterentwickeln möchtest – die Projektförderung von youngCaritas bietet dir individuelle, unkomplizierte und kostenlose Unterstützung, damit du dein Engagement entfalten und deine Ideen umsetzen kannst.

Zahlen und Fakten Migration und Flucht

0.00

Millionen Menschen

sind weltweit auf der Flucht.

(2025)

0

Millionen Menschen

sind sogenannte Binnenvertriebene, d.h. sie sind innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht.

(2025)

0

Prozent

aller Flüchtlinge sind Kinder.

(2025)

0

Prozent

aller Flüchtlinge leben in den Nachbarländern.

(2025)

Hintergrundwissen Aktuelles und Blogbeiträge

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Infoheft Migration und Flucht

Infoheft Migration und Flucht

Enthält Hintergrundinformationen zu Migration und Flucht und Ideen, wie du selbst aktiv werden kannst.

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Spendendossier «Für Menschen auf der Flucht»

Spendendossier «Für Menschen auf der Flucht»

Hintergrundinformationen und konkrete Ideen für Spendenaktionen

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