Einkommen und Ernährungssicherheit dank dem Moringa-Baum. Im Rahmen des Caritas-Projekts werden auf den Ländereien von Schulen, Gesundheitszentren und Gefängnissen Moringa-Plantagen angelegt. Uganda, Juni, 2019.
Einkommen und Ernährungssicherheit dank dem Moringa-Baum. Im Rahmen des Caritas-Projekts werden auf den Ländereien von Schulen, Gesundheitszentren und Gefängnissen Moringa-Plantagen angelegt. Uganda, Juni, 2019.

Internationale Zusammenarbeit

Fakten und Hintergrundinformationen

Kleidung aus Bangladesch, Bananen aus Lateinamerika, unser Handy in China produziert – wir leben in einer sehr vernetzten Welt. Die Globalisierung hat für uns enormen Fortschritt gebracht. Wir haben Zugang zu einer unglaublich grossen Vielfalt an Produkten, können am anderen Ende der Welt Ferien machen und uns durch das Internet rund um die Uhr informieren und vernetzen.

Gleichzeitig hat die Globalisierung jedoch auch viele Verlierer*innen hervorgebracht. Viele Menschen arbeiten unter enorm schlechten Bedingungen, um Güter unseres täglichen Gebrauchs herzustellen. Weil immer mehr Waren hergestellt und transportiert werden, ist zudem auch die Belastung für die Umwelt stark gestiegen.

Mit verschiedenen Projekten setzen sich Non-Profit-Organisationen wie Caritas Schweiz dafür ein, um Menschen in Not zu unterstützen und diese grosse soziale Ungleichheit nachhaltig zu bekämpfen.

Fragen und Antworten

In den letzten Jahren hat sich das Leben für unzählige Menschen auf der Welt verbessert. Doch auf diese positive Meldung folgt eine negative: In den Entwicklungsländern bleiben breite Bevölkerungsteile bitterarm. Der Hunger ist nicht aus der Welt geschafft, sauberes Trinkwasser oft ein Privileg.

Vielen Menschen fehlt es an der grundlegendsten Bildung, an Rechten und wirtschaftlichen Perspektiven. Entwicklungszusammenarbeit leistet einen entscheidenden Beitrag, dass diese Probleme bekämpft und die Lebenssituation von besonders armen und benachteiligten Menschen verbessert werden.

Mit dem Wirtschaftswachstum und der Bevölkerungszunahme wächst weltweit der Druck auf die Natur, auf Ressourcen und das Klima. Mit der Agenda 2030 haben sich die UN-Mitgliedsstaaten im Jahr 2015 auf globale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) verpflichtet. Es handelt sich um soziale, wirtschaftliche und ökologische Ziele, welche bis 2030 erreicht werden sollen

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele
Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele © UNRIC

Um diese Ziele zu erreichen, müssen verschiedene Akteur*innen einen Teil beitragen. Die Nachhaltigkeitsziele sind eine wichtige Grundlage für die Internationale Zusammenarbeit und geben Non-Profit-Organisationen wie Caritas Schweiz eine Stossrichtung für ihre Projekte vor. Nachhaltige Entwicklung kann jedoch nur durch ein Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft, NGOs und der Zivilgesellschaft stattfinden.

Nachfolgend wird dieses Zusammenspiel anhand des SDG 1 (Armut beenden) aufgezeigt:

  • Die Politik kann durch klare Vorgaben und Gesetze dafür sorgen, dass weniger Armut entsteht.
  • Die Wirtschaft kann durch sichere Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen zur Bekämpfung von Armut beitragen
  • Non-Profit-Organisationen können durch gezielte Projekte und «Hilfe zur Selbsthilfe» Menschen dabei unterstützen, sich aus der Armut zu befreien.

Caritas Schweiz setzt sich weltweit in rund 20 Ländern in den Bereichen Einkommen, Klima und Migration für Kinder und Erwachsene ein. Die Projekte verfolgen das Ziel, die Armut zu bekämpfen, die Widerstandsfähigkeit von Menschen zu stärken, die Achtung ihrer Rechte zu gewährleisten und ihre Fähigkeiten so zu unterstützen, damit sie ihre Lebensziele verwirklichen können. 

Bei den Projekten wird zwischen kurzfristiger humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit unterschieden. Bei Caritas Schweiz wird zudem grosser Wert darauf gelegt, kurzfristige Hilfe mit langfristigen Massnahmen zu verknüpfen, um Menschen nachhaltig zu unterstützen.

Unter humanitärer Hilfe wird die unmittelbare Unterstützung in einer akuten Krise verstanden. Es handelt sich in erster Linie um kurzfristige lebensrettende oder lebenserhaltende Massnahmen. Dazu gehören zum Beispiel die Bergung von Verletzten, die Versorgung mit Medizin, Nahrungsmittel oder Kleidung sowie der Wiederaufbau nach einem Katastrophenereignis.

Internationale Zusammenarbeit hat die dauerhafte Bekämpfung von Armut und sozialer Ungleichheit zum Ziel. Sie ist langfristig angelegt und möchte Menschen dazu befähigen, ein Leben in Würde führen zu können. Dies geschieht beispielsweise durch den Aufbau nachhaltiger Strukturen oder gezielte Bildungsmassnahmen. Bewusst wird von «Zusammenarbeit» und nicht von «Hilfe» gesprochen. Ein Erfolgsfaktor langfristiger Projekte ist es, dass sich die involvierten Akteur*innen auf Augenhöhe begegnen und niemand «von oben herab» handelt.

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie du dich einsetzen kannst:

Informiere dich und sensibilisiere andere
Die globalen Ungleichheiten sind ein komplexes Problem, das verschiedene Ursachen hat. Mit unserem Konsumverhalten trägt jede*r Einzelne von uns ebenfalls einen Teil zu dieser Entwicklung bei. Wenn wir uns online ein T-Shirt für 5 CHF kaufen, müssen wir davon ausgehen, dass es unter schlechten Bedingungen hergestellt wurde. Entsprechend kannst du dir überlegen, inwiefern du deinen eigenen Lebensstil nachhaltiger gestalten kannst. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, weniger zu konsumieren und vermehrt auf Fairtrade- und Öko-Labels zu achten.

Neben dem individuellen Engagement Einzelner braucht es aber auch politische Veränderungen. Tausche dich mit anderen Interessierten aus, sensibilisiere dein Umfeld und bestimme in der Schweizer Politik mit.

Mach bei einem Projekt mit
youngCaritas und die regionalen Caritasorganisationen bieten dir verschiedene Möglichkeiten, um dich zu engagieren. Mach mit bei einem unserer Projekte und engagiere dich für mehr soziale Gerechtigkeit.

Lanciere ein eigenes Projekt
Du hast eine eigene Projektidee? Wir beraten dich kompetent und unterstützen dich bei der Umsetzung. Zudem kannst du dein Projekt am youngCaritas-Award anmelden und erhältst so die Chance auf tolle Preise.

Zahlen und Fakten Internationale Zusammenarbeit

0

Millionen

Menschen hungern weltweit

(2024)

0

Millionen Menschen

sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

(2023)

0

Projekte

zur Armutsbekämpfung setzt Caritas Schweiz weltweit um.

(2023)

0

Personen

haben direkt von einem Projekt profitiert

(2025)

Podcast #häschgwüsst Eintauchen ins Thema Internationale Zusammenarbeit

In unserer Podcast-Serie #häschgwüsst erfährst du kurz und knackig grundlegende Infos zum Engagement der Schweiz in der Entwicklungszusammenarbeit. Der Podcast wurde von unserer Aktionsgruppe Internationale Zusammenarbeit konzipiert und umgesetzt. In drei Folgen geben Expert*innen aus Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungspolitik klare Antworten auf brennende Fragen zum Thema.

Download

Infomappe Nachhaltige Entwicklung

Infomappe Nachhaltige Entwicklung

Enthält Hintergrundinformationen zu Nachhaltiger Entwicklung und Ideen, wie du selbst aktiv werden kannst.

Download (pdf, 1.28 MB)
Toolkit «Bildung für nachhaltige Entwicklung»

Toolkit «Bildung für nachhaltige Entwicklung»

Broschüre mit Hintergrundinfos zu den Nachhaltigkeitszielen

Download (pdf, 3.23 MB)

Weitere Informationen

Titelbild: Einkommen und Ernährungssicherheit dank dem Moringa-Baum. Im Rahmen des Caritas-Projekts werden auf den Ländereien von Schulen, Gesundheitszentren und Gefängnissen Moringa-Plantagen angelegt. Uganda, Juni, 2019. © Fabian Biasio