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Zu viele Orangenbäume

Geschrieben von Gastautoren, 13. July 2016 0 Kommentare

Egge Abdulai muss für viele Menschen sorgen. Er ist 46 Jahre alt und Vater von acht Kindern. Neben seinen Kindern und seiner Frau leben noch zehn weitere Personen in seinem Haushalt. Mit zwanzig Personen ist diese Familie auch für somalische Verhältnisse groß.

Egge lebt in der Somali-Region im östlichen Äthiopien – dort, wo die Auswirkungen der Dürre am stärksten spürbar sind. Seit einigen Jahren betreibt er Landwirtschaft als seine Hauptbeschäftigung. Damit gilt er nicht als arm. Doch Egge ist einer der Klanführer der Region. Deshalb muss er regelmäßig bis zu 35 Personen aus seinem Klan mitversorgen. So hat er einem seiner Klanmitglieder eine Milchkuh abgekauft, damit sich die andere Familie wieder ausreichend andere Nahrungsmittel besorgen kann.

Neben vielen anderen produziert Egges Familie Holzkohle, die er vermarkten kann, um so sein geringes Einkommen (im Jahresmittel ca. 150 CHF/Monat) etwas aufzubessern.

Die meisten Menschen in Egges Dorf erhalten Nahrungsmittelhilfe von den staatlichen Hilfsorganen. Doch Egge besitzt ein paar Orangenbäume, deren Früchte er verkaufen kann – das disqualifiziert ihn von der staatlichen Unterstützung. Vermeintlich wohlhabend zu sein hat also nicht nur Vorteile!

Egge Abdulai lebt im östlichen Äthiopien, in der Verwaltungszone Sitti in der Somali-Region, einem von der Dürre am meisten betroffenen Gebiet. Aufgezeichnet von Jens Steuernagel, Caritas-Delegierter in Äthiopien.