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«Wir brauchen dringend Saatgut»

Geschrieben von Gastautoren, 17. November 2016 0 Kommentare

Camp-Perrin liegt an der westlichen Spitze des Bezirks Cayes. Dort bepflanzt Alphonse Syndique 645 Quadratmeter Anbaufläche. Er ist 56 Jahre alt, seine beiden erwachsenen Kinder wohnen in Port-au-Prince. Auch seine Frau lebt in der Hauptstadt. Der Boden, den er bepflanzt, gehört ihm nicht, er hat das Land für rund 75 Franken Jahresmiete gepachtet. Er baut darauf Bohnen, Mais und vor allem Gemüse wie Auberginen und Spinat an. Aber Hurrikan Matthew hat seine letzte Ernte dem Erdboden gleichgemacht. Auch das Dach seines Hauses hat der tropische Wirbelsturm zerstört. Doch Alphonse Syndique lässt sich nicht unterkriegen und hat sich sofort wieder an die Arbeit gemacht.

Zurzeit nutzt Alphonse die zahlreichen Bäume, die auf sein Grundstück stürzten, zur Kohleproduktion. Das Herstellen von Kohle wurde zu seiner wichtigsten Einnahmequelle. Aber da durch den Hurrikan so viele Bäume umstürzten, stieg die Holzkohleproduktion stark an und die Preise gingen entsprechend in den Keller. Alphonse hofft sehr, dass er bald wieder die Erde pflügen und Saatgut kaufen kann, um die nächste Ernte vorzubereiten. Er würde gerne Bohnen anpflanzen. Saatgut ist allerdings schwer zu bekommen und nur zu stark überhöhten Preisen. Ohne Unterstützung kann sich Alphonse unmöglich Saatgut kaufen.

Für Alphonse Syndique und die gesamte Region ist die Pflanzzeit, die Ende November beginnt, sehr wichtig. Ist seine Ernte ertragreich, kann er einen Teil davon an die Bauern aus den Bergregionen verkaufen. Diese wiederum nutzen die Regensaison im April, um ihre eigenen Parzellen zu bepflanzen. Kann er jedoch nichts ernten, wird die prekäre Ernährungslage auf der Insel weiter andauern.

Trotz allem was hinter ihm liegt bleibt Herr Syndique optimistisch. Caritas Schweiz hat die Situation vor Ort geprüft und plant, die Agrarproduktion in Camp-Perrin zu unterstützen.

Aufgezeichnet von Vincent Schmitt, Caritas-Delegierter für Ernährungssicherung auf Haiti.