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Wenn die Kälte kommt

Geschrieben von Gastautoren, 06. January 2017 0 Kommentare

Auch in Syrien kann es im Winter sehr kalt werden. Mit dem Krieg ist das Heizöl noch viel teurer geworden. Und wer auf der Flucht ist, hat oft nicht genug warme Kleider im Gepäck. So wissen Mounir, Yousra und Fadi nur zu gut, was frieren heisst.

Mounir aus Damaskus ist Lieferant für Caritas in Syrien. Seine Familie benutzt die Zentralheizung schon seit 2013 nicht mehr. Denn sie braucht sehr viel Öl: «Heizöl ist sehr teuer, wir können es uns nicht leisten.» Stattdessen benutzen viele Familien kleine Öfen, die mit Gas oder Holz befeuert werden. Mit allem, was günstiger ist. Die Kehrseite davon sind Rauch und Atemwegserkrankungen bei den Kindern. So erzählt auch Mounir: «Wenn es Strom gibt, verwenden wir kleine Elektroöfen. Wenn es keinen Strom gibt, wechseln wir auf einen Gasofen. Der ist zu klein, um eine ganze Wohnung zu heizen. Meine Tochter hat Asthma. Es ist ungesund.»

In Syrien kann es im Winter sehr kalt werden. Die Temperaturen fallen für längere Zeit unter null Grad. Es wird bis zu minus elf Grad kalt. Die meisten Menschen können sich nicht gegen die Kälte schützen, denn sie haben kein Geld, um warme Kleidung, Öfen oder Decken zu kaufen. Die steigenden Heizölpreise machen das Überleben noch schwieriger.

Die Kämpfe in Syrien dauern an und machen immer mehr Menschen zu Vertriebenen. Sie sind besonders dringend auf warme Mäntel und Decken angewiesen. Doch oft fliehen sie in Panik, ohne etwas mitzunehmen. Ihre Kleider reichen nicht aus, um die Kälte abzuhalten.

Yusra ist Mutter von vier kleinen Kindern. Sie erzählt: «Meine Kinder haben keine warmen Kleider. Wir haben unsere Habseligkeiten zurückgelassen. Auf der Flucht haben wir immer wieder Gepäck ausgesondert. Wir konnten nicht mehr alles tragen. Wir waren einfach zu müde. Wir kamen mit den Kleidern, die wir am Leib trugen, in Damaskus an. Sonst mit nichts.»

Auch die Schulen haben die Zentralheizungen ausgeschaltet. Die Eltern schicken ihre Kinder in mehreren Schichten Kleidung eingepackt zur Schule. Der zehnjährige Fadi erzählt: «Normalerweise gehe ich gerne zur Schule, aber jetzt hat es so viele Kinder. Wir sind 65 Schüler in einem Klassenzimmer. Die Kälte macht es noch schlimmer. Alle Schüler sind ganz warm angezogen. Wir haben so viele Kleider an, dass die Stühle zu klein sind. Die Mädchen nehmen Decken mit. Mein Gehirn hört im Winter auf zu arbeiten.»

Damit sich die Familien besser warmhalten und sich Fadi und seine Freunde in der Schule wieder konzentrieren können, hat Caritas Syrien in Damaskus 500 Familien Gutscheine für warme Kleider und Schuhe verteilt.

Text: Sandra Awad, Caritas Syrien. Gekürzt und überarbeitet von Caritas Schweiz.
Bild:  Majida, 45, Mutter von vier Kindern: «Ich bete jeden Tag zu Gott, dass der Krieg aufhört, damit wir wieder nach Hause können.» (c) Caritas Syrien.