Opfer von Menschenhandel im Asylbereich: Erkennen und richtig Handeln 04.07.22

Begleitend zu den umfangreichen Aktivitäten im Bereich Armutsbekämpfung und Integration bietet Caritas Schweiz Weiterbildungen im Asyl- und Flüchtlingsbereich an.

youngCaritas-Freiwillige, die in einem Projekt aktiv sind, können exklusiv gratis am Seminar teilnehmen. Bitte melde dich darum über unsere Webseite für die Seminare an (siehe unten).

Einleitung und thematische Übersicht

Im ersten Teil werden die Teilnehmenden mit der Thematik des Menschenhandels vertraut gemacht: Anhand von nationaler Gesetzgebung und internationalen Verpflichtungen wird skizziert, welche konkreten Leistungen und Schutzmassnahmen Opfern von Menschenhandel in der Schweiz zustehen. Gleichzeitig wird auf die konkrete Situation von Betroffenen eingegangen: Was macht Menschen besonders verletzlich, um Opfer von Menschenhandel zu werden? In welcher Situation befinden sich die Opfer während und nach der Ausbeutung? Dies liefert die Grundlage, um auch im Rahmen der eigenen Arbeit in Kontakt mit möglichen Betroffenen richtig reagieren zu können.
Die besondere Situation von Opfern von Menschenhandel im Asylbereich ist Schwerpunkt des zweiten Teils: Was ist der Unterschied zwischen Menschenhandel und Menschenschmuggel? Was sind die Gründe, dass es mehr und mehr Opfer von Menschenhandel im Asylbereich gibt? Welche Betreuungs- und Schutzmassnahmen stehen ihnen im Rahmen des Asylverfahrens zu? So werden denn auch ganz praktische Fragestellungen behandelt: Woran könnte ich merken, dass jemand Opfer von Menschenhandel ist oder war? Und wie gehe ich in einem konkreten Verdachtsfall vor? Mit wem vernetze ich mich in so einer Situation? Anhand von Fallbeispielen gehen wir darauf ein und erarbeiten mögliche Vorgehensweisen.

Kursinhalt und Kursziele

  • Die Teilnehmenden können den Begriff «Menschenhandel» rechtlich einordnen und wissen um die Pflichten, welche sich für die Schweiz gegenüber Opfern von Menschenhandel daraus ergeben. 
  • Sie lernen die besondere Situation von Opfern von Menschenhandel im Asylbereich kennen und verstehen die Chancen und Gefahren, welche u.a. das beschleunigte Verfahren für die Betroffenen mit sich bringt.
  • Die Teilnehmenden sind auf die Thematik sensibilisiert und wissen, wie sie sich im Verdachtsfall korrekt verhalten können.
  • Konkrete Fragen und Fallbeispiele werden gemeinsam diskutiert.

Arbeitsformen

Thematische Inputs, Gruppenarbeiten und strukturierte Diskussionen im Plenum

Referent*innen

Lic .iur. Ruth Eigenmann, Juristin, Beraterin und Dozentin für Migrations, Asyl- und Ausländerrecht. Frühere Tätigkeiten u. a. Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Zürich und Rechtsberatungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht. Seit Januar 2020 Beraterin bei der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ in Zürich im Bereich FIZ Makasi Opferschutz.
Géraldine Merz, Master-Studium der Sozialanthropologie und Entwicklungswissenschaften an der Ecole de Hautes Etudes Internationales et du Développement IHEID in Genf und Washington, DC. Frühere Tätigkeiten: Amt für Auswärtige Angelegenheiten EDA in der Abteilung für menschliche Sicherheit und Kinderschutz Schweiz/ ECPAT Schweiz u.a. im Bereich Kinderhandel. Seit Januar 2018 bei der FIZ in der Öffentlichkeitsarbeit und seit Anfang 2019 zuständig für das dreijährige Projekt „Umfassender Schutz für Betroffene von Menschenhandel im Asylbereich

Zeit und Ort

04. Juli 2022 9.30 - 12.00 Uhr / 13.30 - 16.30 Uhr
Centrum 66, Hirschengraben 66, 8001 Zürich
Anmeldefrist ist der 07. Juni 2022

Organisatorisches

Nach Eingang Deiner Anmeldung bestätigen wir dir per Email die Aufnahme in das Seminar. Falls das Seminar abgesagt werden muss, erfolgt die Sistierung telefonisch oder schriftlich.

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Anmeldung