Rückblick Interkulturelles Sommerlager 2020

Ein Rückblick von Raphael Hofmann und Samuel Strub, Leiter im Interkulturellen Sommerlager 2020 

Geborgenheit bedeutet so viel wie das Gefühl der Sicherheit, des Wohlfühlens und der Unbeschwertheit. 

Bereits zum vierten Mal fand das Interkulturelle Sommerlager von youngCaritas statt. Mit dem Ziel, jungen Geflüchteten und Jugendlichen aus der Schweiz eine Abwechslung zum Alltag zu bieten, eine Möglichkeit zum Austausch und die Chance, sich kreativ und sportlich auszutoben, verbrachten drei Dutzend Personen eine intensive Woche im schönen Simmental. Vielen der jugendlichen Teilnehmer*innen war gemein, dass sie aus ihren Herkunftsländern flüchten mussten und in der Schweiz Zuflucht fanden. Ob in Pflegefamilien oder in Asylzentren, sind mittlerweile alle im Kanton Schwyz wohnhaft und besuchen hier die Schule oder haben bereits mit der Lehre begonnen. Doch das übergeordnete Ziel dieser Woche war, den Alltag hinter sich zu lassen und damit auch zweitrangige Themen wie Nationalität oder Religion aussen vor zu lassen.  

Geleitet wurde das Lager von jungen Freiwilligen, die in hingebungsvoller Arbeit ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellten. Die Woche startete mit einem grossen Geländespiel, bei dem man durch das Lösen kleiner Aufgaben Punkte sammeln konnte für das eigene Team. Um die Gegend zu erkunden wurden zwei Wanderungen durchgeführt. Die eine führte durch das Tal entlang der kleinen Simme bis nach Zweisimmen und die sportlichere Variante führte auf einen Bergkamm, von wo aus man das wunderschöne Panorama geniessen konnte. Als Kontrastprogramm wurde anschliessend mittels Gesichtsmasken, Fussbäder und Handmassagen für reichlich Entspannung gesorgt. Sogar eine voll funktionsfähige Sauna wurde aufgebaut! Nachdem wir uns erholt hatten, wurde der nächste Tag wieder sehr sportlich. Im Rahmen eines kleinen Turniers massen sich die einzelnen Gruppen im Fussball, Pingpong oder einem professionellen Frisbeematch. Was als krönender Abschluss selbstverständlich nicht fehlen durfte, war eine ausgiebige Wasserschlacht.  

Während die Tage primär durch sportliche Aktivitäten geprägt waren, so auch mit dem heissersehnten Besuch der Badi Zweisimmen, standen die Abende jeweils im Zeichen der Kultur und der Unterhaltung.  Neugierig versuchten die Teilnehmenden ihr Glück beim Poker oder entdeckten die lagertypischen «Schoggibananen». Bestehende Talente wie das Tanzen oder Singen wurden voller Elan vor der Gruppe präsentiert! 

Zur Freude aller kam am letzten Tag ein spannender Gast ins Lager: Der diesjährige Ständeratspräsident Hans Stöckli interessierte sich im Rahmen seines Projektes «En Route – mit der Jugend für die Demokratie» für unsere bunte Gruppe und kam uns besuchen. Im Gespräch hatten die Teilnehmenden, denen aufgrund verschiedener Faktoren die Teilnahme an politischen Partizipationsprozessen erschwert wird, die Möglichkeit sich mit einem Politiker auszutauschen. Nach interessanten und gegenseitig bereichernden Gesprächen verliess uns Herr Stöckli mit neu gewonnenen Eindrücken.  

In diesem Lager hat jede Person einen Platz gefunden und einen persönlichen Beitrag zu dieser viel zu kurzen Woche geleistet. Es war faszinierend wie die Jugendlichen untereinander, aber auch zu den Leitenden, einen harmonischen Umgang lebten und trotz kleineren und grösseren Barrieren eine gemeinsame Sprache fanden. Mit Händen, Füssen und dem Herzen konnte man sich meist verständigen und sonst war immer eine Person in der Nähe, die zu übersetzen wusste. Es gab ernste und weniger ernste Gespräche, viel Spass und Freude. Darüber hinaus war es für die Teilnehmenden eine Woche frei von alltäglichen Lasten und Sorgen. Wir kommen gerne wieder! 

VOR 114 Tagen