Themenabend "Flucht - Europas Aussengrenzen"

Obschon das Thema Flucht in den Medien etwas an Bedeutung verloren hat, zeigte die grosse Besucherzahl am youngCaritas Themenabend am 9. Mai, wie stark das Thema nach wie vor beschäftigt. Die Inputs unterstrichen die Wichtigkeit hinzuschauen und aktiv zu werden.

Als erstes führte Olivia Mathys von Caritas Schweiz das Publikum nach Somaliland und brachte uns ein Land näher, welches für viele eher eine Unbekannte auf der Weltkarte ist. Die Caritas setzt sich in Somaliland konkret dafür ein, dass den Menschen eine Bleibeperspektive ermöglicht wird. Anstatt zu investieren, plant der Bund leider die Entwicklungshilfe zu kürzen. Geprägt von der Dürre und dem Hunger ist für viele Menschen in Somaliland die Flucht der letzte Ausweg. Doch wie sieht es auf den Fluchtrouten aus? Reto Rufer von Amnesty International Schweiz machte auf die menschenverachtende Situation in Libyen aufmerksam. Camps «vollgestopft» mit Menschen, junge Männer die als Sklaven verkauft werden und nebst all dem Elend geraten die Menschen nun auch zwischen die Fronten eines aufkeimenden Konflikts in Libyen. Währenddessen verschliessen Europa und die Schweiz die Augen vor den schrecklichen Zuständen und stellen migrationspolitische Interessen über menschlichen Schicksale.

Nach eindrücklichen Fakten von den Länderexpert*innen betrat Mohammed Nour aus Syrien mit seiner persönlichen Fluchtgeschichte die Bühne. Wer jetzt auf eine traurige Geschichte gefasst war, wurde überrascht. Mohammed erzählte offen von seiner tragischen Geschichte, aber mit so viel Hoffnung in den Worten, wir im Publikum waren alle beeindruckt von seiner Willensstärke und Lebensfreude.

Mit Mohammeds Ankunft in der Schweiz wurde der Bogen zur Integration hierzulande geschlagen. Marianne Hochuli (Caritas Schweiz) forderte von der Schweizer Integration mehr Massnahmen im Bereich der Ausbildung für alle geflüchteten Menschen bis 30 und klärte über die aktuelle Integrationspolitik auf. Was die umgesetzte Integrationsagenda der Schweiz bedeutet, erklärte Jasmine Müller der Caritas Bern mit Beispielen aus ihrem Alltag als Sozialarbeiterin.

Beim anschliessenden Apéro tauschte man sich über die Inputs aus oder entdeckte Freiwilligenprojekte im Raum Bern, die sich rund um die Themen Flucht und Migration engagieren.

Wir danken allen Referent*innen, Helfer*innen und Projektmachenden – nicht nur für ihren ausserordentlichen Beitrag zu diesem gelungenen Abend, sondern auch für ihren Einsatz für eine inklusivere und gerechtere Gesellschaft.

Alle Fotos des Abends finden sich hier.

" I am thankful for the experiences that I have made and all the people I have met on my journey"
- Mohammed Nour

VOR 1 Tag