MigrAction-Weekend – Ein fetziges Wochenende!

Fröhliches Stimmengewirr dringt aus den Räumen. Reza, Jasmina und Sarah tanzen zu afghanischer Volksmusik. «Komm, ich bringe euch einen Tanz bei», ruft Nedal in die grösser werdende Gruppe, die den Vorschlag begeistert aufnimmt. Alya nimmt mich an der Hand und zieht mich in den nächsten Raum. Sie möchte lieber eine Girlande basteln und von den selbstgemachten Guetzli naschen.

Das Lagerhaus in Unteriberg platzt aus allen Nähten. Die circa 40 Teilnehmenden des MigrAction-Weekends haben eingeladen: Einige Familien aus dem Durchgangszentrum Biberhof in Bennau verbringen den Nachmittag bei uns, um an dem Rahmenprogramm teilzuhaben, das von den jungen Erwachsenen geplant wurde. Nebst Inputs zur Organisation von freiwillig durchgeführten Aktionen erhalten die 16 bis 30-Jährigen zahlreiche Informationen rund ums Thema Migration und Flucht. Zusätzlich zu Beiträgen von Caritas Schweiz gibt es viele Gastberichte. Nina stellt den in Lesbos tätigen Verein «One Happy Family» vor. Sehr eindrücklich berichtet sie vom riesen Engagement der Freiwilligen, die zusammen mit den in den Flüchtlingscamps stationierten Menschen ein Gemeinschaftszentrum mit täglichem Programm auf die Beine stellen.

«Ist es denn nicht möglich, dass die Menschen gar nicht erst flüchten müssen, sondern vor Ort Hilfe erhalten?», fragt Hannah. Über dieser Frage entbrennt eine rege Diskussion unter den Teilnehmenden, die erst gerade einen Workshop zu «Resettlement» besucht haben. Die kreativen und motivierten Köpfe rauchen und suchen Lösungsvorschläge und Alternativen zu den gefährlichen Fluchtrouten. Nebst Informationsvermittlung und Sensibilisierung spielt während dem MigrAction-Weekend ebenso der Austausch unter den Gleichgesinnten eine wichtige Rolle. Einige engagieren sich in eigen initiierten Projekten und geben gerne ihre Erfahrungen weiter. Lara und Kilian berichten von «Solothurn hilft» und davon, dass man auch mit wenig finanziellem Support Welten bewegen und ein Lachen auf das Gesicht von geflüchteten Menschen zaubern kann. Viel Freude bereiten auch die von Schoschanah mitgebrachten Amnesty International-Stickers, die nach dem Projektkaffee so manches Mäppchen zieren.

Nebst den ernsten und nachdenklichen Gesprächen sind aber auch Spiel und Spass ein wichtiger Bestandteil des 4-tägigen Lagers. Sowohl der Ping-Pong-Tisch als auch die Gemeinschaftsspiele werden eifrig genutzt und so manch geselliger Abend endet in einer allzu kurzen Nacht. Deshalb freuen sich am Sonntag trotz einsetzendem Lager-Blues die meistens doch insgeheim auf das eigene Bett.

Das MigrAction-Weekend war ein voller Erfolg und wir von youngCaritas und Amnesty International freuen uns schon riesig aufs nächste Jahr! 

Die Flickr-Gallerie gibt farbige Eindrücke vom Lager.

VOR 67 Tagen