News aus Georgien

Dieses Jahr stand die Regional Conference (das ist die jährliche Generalversammlung) der Caritas Europa unter dem Motto Jugend. Solidarität. Europa. Vertreterinnen und Vertreter aller existierenden Jugendbereiche innerhalb der Caritas in Europa waren eingeladen, das Konzept von youngCaritas vorzustellen und mit den Direktorinnen und Präsidenten der über 40 nationalen Caritas Organisationen konkrete Leitlinien auszuarbeiten, mit denen youngCaritas' gestärkt werden soll. Denn das grosse Ziel ist es, dass es youngCaritas in Zukunft in allen 50 nationalen Caritas Organisationen in Europa geben soll.

Am 6. Mai um 5:30 Uhr ging es also für Andi und mich los nach Georgien. Nachmittags trafen wir in Tiflis ein und versammelten uns nach dem Einchecken im Hotel sogleich mit den anderen vom bereits bestehenden youngCaritas-Netzwerk (d.h. Luxemburg, Deutschland, Österreich, Wien, Frankreich, Südtirol und wir, die Schweiz) um einen "Schlachtplan" für die nächsten Tage zu entwerfen. Am Montag ging es dann los mit den ersten Meetings und Konferenzen.
Wirklich wichtig für youngCaritas wurde es jedoch erst am Dienstag: Als erstes gab es ein Podium zu den Chancen und Herausforderungen eines youngCaritas-Netzwerkes, später ein Worldcafé, wo sich alle Partizipierenden mit grundlegenden Fragen zu youngCaritas auseinandersetzen durften. Nachmittags fuhren wir Jungen in die Stadt um Passanten Limonade und Buchzeichen zu verteilen und sie so zu motivieren, selber Volunteers zu werden. Im ehemaligen sowjetischen Georgien wird freiwilliges Engagement als kritisch oder sogar negativ betrachtet.
Am Mittwoch ging es früh in das Caritas-Zentrum in Tiflis, ein grosses Gebäude mit Werkstätten, geschützten Wohnungen für Frauen und Kinder, einer Suppenküche und einem kleinen Alters- und Jugendheim. Andi und ich gaben beim Leiten eines Workshops auf Französisch unser Bestes (zum Glück verstanden alle Englisch) und erarbeiteten konkrete Forderungen an die nationalen und die internationale Caritas zur Förderung von youngCaritas, über welche später abgestimmt wurde. Am Mittag gab es einen Markt, an der sich alle anwesenden youngCaritas-Organisationen vorstellen und ihre Projekte präsentierten konnten. An der abendlichen Abschlusskonferenz wurden dann die festgelegten Forderungen vorgestellt:

Diese umfassen auf nationaler Ebene:

  1. youngCaritas sollen ein Mitspracherecht bei Entscheidungen bezüglich der Caritas haben.
  2. Für junge Volunteers soll ein Netzwerk aufgebaut werden, damit Informationen ausgetauscht werden können.
  3. Eine Kommunikationsstrategie soll entwickelt werden.
  4. Gute Projekte und Erfahrungen von youngCaritas sollen verbreitet werden.
  5. Bildungs-, Erfahrungs- und Networkingsaustausche sollen organisiert werden.

Und auf internationaler Ebene:

  1. Mitspracherecht von youngCaritas in strategischen Entscheidungen der Caritas.
  2. Eine Strategie zum Aufbau von youngCaritas Europa soll entwickelt werden.
  3. Eine Stelle als Koordinator*in für das youngCaritas-Netzwerk wird geschaffen.
  4. Austausche für junge Volunteers und Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Ländern werden organisiert. 
  5. Caritas Europa spricht ein Budget für youngCaritas.

Zusammenfassend war die Anwesenheit von youngCaritas' an der Regional Conference ein voller Erfolg. Wir haben viele Menschen kennengelernt und den Caritas Organisationen die Wichtigkeit von youngCaritas aufgezeigt. Ein wichtiger Schritt für die youngCaritas in Europe!

Lara Frey, youngCaritas Europa Delegierte

Foto (v.l.n.r.): Mariangela Wallimann-Bornatico (Präsidentin Caritas Schweiz), Andreas Lustenberger (Leiter youngCaritas), Robert Moser (Vizepräsident Caritas Schweiz), Lara Frey (Europadelegierte youngCaritas), Hugo Fasel (Direktor Caritas Schweiz)