Wenn Armut weiblich ist 08.04.2022

Das Caritas-Forum, die sozialpolitische Tagung der Caritas Schweiz, findet jährlich im Januar statt und widmet sich einem aktuellen gesellschaftspolitischen Thema. Expert*innen aus Wirtschaft, Politik und dem Sozialbereich diskutieren in Referaten und in Podiumsgesprächen Strategien und Lösungsansätze für eine sozial gerechte Politik.

Wir verlosen drei Tickets für das Caritas-Forum unter youngCaritas-Freiwilligen, die in einem Projekt aktiv sind. Mit dem Anmeldeformular (siehe unten) kannst du direkt an der Verlosung teilnehmen.

Thematische Übersicht

Frauen sind in der Schweiz stärker von Armut betroffen und einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt als Männer. Am Forum 2022, der sozialpolitischen Tagung von Caritas Schweiz, diskutieren namhafte Expert*innen die Ursachen der Frauenarmut und wie das geschlechtsspezifische Armutsrisiko reduziert werden kann. Die Ungleichheiten manifestieren sich bereits im System der sozialen Sicherheit, die sich noch immer am traditionellen Familienmodell orientiert: Andrea Gisler, Rechtsanwältin und unter anderem auf das Familienrecht spezialisiert, legt dar, wie im sozialen Sicherungssystem der Schweiz Frauenarmut reproduziert statt bekämpft wird. Ähnliche Mechanismen spielen auf dem Arbeitsmarkt: Morgane Kuehni, Professorin für Arbeitssoziologie an der Hochschule für Sozialarbeit und Gesundheit in Lausanne (HES-SO), erläutert, weshalb vor allem Frauen unterbeschäftigt, unterbezahlt und überbeansprucht sind.

Aber warum sind ausgerechnet in systemrelevanten Berufen die Löhne tief? Diesen Fokus wird Mathias Binswanger einnehmen, der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Corona-Krise hat zwar die Sensibilität dafür erhöht, aber Applaus alleine reicht bekanntlich nicht aus, um die Situation für die Betroffenen zu verbessern. Der Handlungsbedarf ist dringend: Krisen verschärfen nicht nur Ungleichheiten, sondern verfestigen auch traditionelle Geschlechterrollen. Diese Zusammenhänge waren bereits in der Finanzkrise von 2008 evident. Der emeritierte Soziologieprofessor Ueli Mäder zieht Parallelen zu den Folgen der Corona-Pandemie und fragt: Warum gehen Krisen mit einer Retraditionalisierung der Geschlechterrollen einher? Welche langfristigen Folgen hat dies für das spezifische Armutsrisiko von Frauen?

Am Nachmittag berichtet Lelia Hunziker, die Geschäftsführerin der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ), mit welchen existenziellen Problemen Frauen zu kämpfen haben, die durch die sozialen Sicherungsmaschen fallen. Was das mit den traditionellen Rollenbildern zu tun hat, die noch immer fest in den Köpfen verankert sind und durch die Logik des Arbeitsmarktes und des Sozialversicherungssystems aufrechterhalten werden, wird im Referat von Markus Theunert klar. Er ist Gesamtleiter des Dachverbandes der Schweizer Männer- und Väterorganisationen (männer.ch).

Anschliessend vertieft die Soziologin und Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach das Phänomen der Zeitarmut, welches die armutsbetroffenen Frauen mit den Frauen in privilegierten Positionen verbindet. Diesen stehen zwar alle Karrierepfade offen, aber oft zum Preis totaler Erschöpfung, gerade wenn sie Kinder haben oder alleinerziehend sind.

Zeit und Ort

08. April 2022 9.30 - 15.45 Uhr
Eventforum, Fabrikstrasse 12, Bern

Verlosung und Tickets

Wir verlosen drei Tickets für das Caritas Forum 2022 unter youngCaritas-Freiwilligen, die in einem Projekt aktiv sind. Mit dem Anmeldeformular kannst du direkt an der Verlosung teilnehmen. Die Verlosung läuft bis am 28. März.

Du bist nicht als Freiwillige*r bei youngCaritas aktiv, interessierst dich aber trotzdem für das Caritas-Forum? Melde dich direkt über die Webseite der Caritas Schweiz an unter caritas.ch/forum. Alle mit Legi oder KulturLegi profitieren von einem ermässigten Tarif.

Flyer Caritas-Forum und Programmübersicht

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