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EIN AUS
 
16. März 2010

«Das Pflücken der Westbaum-Früchte ist mühsam. Aber es geht um das Überleben meiner Kinder.»
Maria Nakwa mit James

>>> Informationen zur Themenwoche

15. März 2010

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wieviel du heute isst?

Millionen Menschen leiden in Ostafrika unter Nahrungsmittelknappheit infolge Dürre und steigender Lebensmittelpreise. Caritas Schweiz hat Menschen im Südsudan die Frage “Was isst du heute?” gestellt. Wir möchten diese Woche jeden Tag einen Bewohner oder eine Bewohnerin des Dorfes Ihoria zu Wort kommen lassen.

Caritas leistet im Südsudan, in Äthiopien und Somaliland Nothilfe im Umfang von 2,3 Millionen Franken. Konkret erhalten die Betroffenen Nahrungsmittel und Saatgut oder werden für geleistete Arbeit mit Nahrungsmitteln oder Geld («Food for Work» und «Cash for Work») bezahlt.

>>> Weitere Informationen zur Lage in Ostafrika und der Arbeit von Caritas im Kampf gegen den Hunger
>>> Infoservice zum Thema Hunger

15. März 2010

Elsbeth Horbaty, die für Caritas Schweiz in Südamerika und Afrika tätig ist, blickt auf die letzten 10 Tage zurück, die sie in Chile im Erdbebengebiet verbracht hat.

Im Flugzeug über Chile am 13.3.2010 um 17.20 Uhr

Ich sitze im Flugzeug zurück in die Dominikanische Republik und bin der Meinung, meine Aufgaben für Caritas Schweiz erfüllt zu haben. Wir wissen, mit wem und wo wir Nothilfe leisten und anschliessend den Wiederaufbau beginnen können. Wir werden dies mit der Zentrale besprechen und alle Details können sicher bald auf der Website der Caritas Schweiz nachgelesen werden.

Ich schreibe diese Zeilen zum Abschluss meiner 10 tägigen Fact-Finding-Mission nach dem Erdbeben in Chile auf einem neuen kleinen Computer, den ich in Panama gekauft habe, wo sie nur halb so teuer als sonst auf der Welt sind. Mein eigener Computer hat den Geist aufgegeben in Chile. Also bin ich wieder zurück in der Welt der Flughäfen wie dem hier in Panama, voll von Computer, Air Conditioner, Uhren und Parfums, wo alles zu funktionieren scheint. Aber irgendwie traue ich all dem nicht so ganz, nach 10 Tagen ständigem Beben habe ich das Gefühl, dass alles von einer Sekunde auf die andere zusammen brechen könnte. Wie an der Autobahnraststätte bei der Rückfahrt nach Santiago am letzten Donnerstag. Eine Autobahnraststätte wie jede andere auf der Welt, die Bedienung in Uniform und mit einem gekünstelten Lächeln, alles frisch geputzt und plötzlich das Nachbeben mit 7,5 Stärke. Die Gesichter der Angestellten und Gäste erstarren augenblicklich, alle rennen nach draussen, ich mit einem Teller Pommes Frites in der Hand, lautes Geschrei, Tränen in den Augen. Es ist, als ob es die Welt zerreissen würde und ich habe auch 5 Minuten später noch immer den Teller mit den Pommes Frites in der Hand.

Ich fliege zurück und weiss, dass meine Kollegin Inger die begonnene Arbeit weiterführen wird. Wir haben gut zusammen gearbeitet, ähnliche Ansichten, beide gute Kenntnisse im Analysieren von schwierigen Situationen, eine ähnliche Auffassung, was gemacht werden muss oder könnte. Die Kenntnis im Campieren von Inger und meine Pfadi-Jugenderfahrungen kommen in solchen Momenten sehr gelegen, wir sind beide gut im Organisieren von Reisen und ungewissen Übernachtungsorten. Dass wir beide auch die gleichen Probleme beim Parkieren vom Auto haben, ist nur nebenbei erwähnt und wird unsere geleistete Arbeit wohl kaum überschatten.

Ich fliege zurück und bin sicher, dass Caritas Schweiz einen Beitrag zum Wiederaufbau leistet. Trotzdem umgibt mich eine Traurigkeit. Ich fliege zurück und dort geblieben ist Elsa Velasquez mit ihrem totkranken Sohn, an der Küste bei Coliumo ist Henry Sanhueza geblieben, ein Fischer der 6 Tage nach dem Erdbeben noch immer sein Haus im Treibholz suchte. Da geblieben ist eine Bekannte, deren Schwestern vor dem Erdbeben mit ihren Kindern 2 und 4 Jahre ans Meer in die Ferien gefahren ist und nun ein Leben ohne ihre Kinder weiterführen muss. Unvorstellbar. Unvorstellbar wie lange es dauern wird, die materiellen Schäden zu beheben und was alles gemacht werden muss, um die Wunden, welche das soziale Erdbeben aufgerissen hat, wieder zu verheilen. In fast allen betroffenen Städten wurden die Geschäfte geplündert und nicht nur von armen Leuten. Nein, jeder hat im Moment des Erdbebens alles an sich gerafft, was er konnte. Die Menschen in Concepcion stehen unter Schock, dass so etwas in Chile passieren konnte. Es tut ihnen gut, die spontanen Hilfsaktionen von tausenden Chilenen und Chileninnen zu erhalten und zu wissen, dass die Solidarität noch immer wichtig ist in diesem Land. Ich freue mich, etwas für Chile und die Menschen tun zu können, denen ich begegnet bin. Trotzdem bleibt eine Traurigkeit hängen, als wir wieder in Santo Domingo landen. Das Mega- Erdbeben in Chile hat anscheinend die Achse der Erde verschoben und die Tage um Microsekunden kürzer gemacht. Ich hoffe, dass diese Microsekunde mich einmal am Tag daran erinnern wird, dass wir hier auf dieser Erde alles mit allem verbunden sind und uns alle etwas näher gebracht hat.

>>> Interview mit Elsbeth Horbaty in der Sendung “Glückskette aktuell” auf DRS 1 vom 14.03.2010 (ab Minute 1:05 – 4:47)

14. März 2010

Um das schwere Erdbeben in Chile ist es bereits recht still geworden. Wie sieht es vor Ort aus und wie wird geholfend? Unsere Delegierte Elsbeth Horbaty berichtet heute auf DRS 1 aus Chile: Bericht hören

14. März 2010


Verteilung von Zelten und Kochmaterial: Diese Begünstigten tragen Shelter- und Kitchen-Kits mit sich nach Hause.

Der Kauf von Hilfsgütern für die Verteilung in Haiti ist nicht immer einfach. Wenn man beispielsweise möglichst schnell 6.000 Schaufeln, oder 12.000 Sitzmatten kaufen möchte, muss man mit verschiedenen Lieferanten zusammen arbeiten, um so grosse Mengen so schnell wie möglich zu erhalten. Die Plastikplanen mussten sogar aus den Vereinigten Staaten eingeflogen werden, da man diese vor Ort nicht in grossen Stückzahlen fand. Trotzdem können wir mit Einkäufen in der Dominikanischen Republik einiges an Transportkosten einsparen, da wir den Grossteil unserer Güter nicht einschiffen oder einfliegen müssen. In einem Lagerhaus in der Dominikanischen Republik werden dann die unterschiedlichen Produkte zusammengestellt und zum Transport per LKW nach Haiti bereit gemacht.


Gutschein für den Erhalt eines Shelter- und Kitchen-Kits

Wir haben im Vorfeld der Verteilung eine Bedarfsanalyse bei jedem einzelnen Haus im Distrikt gemacht. Indem wir von Haus zu Haus gehen, können wir direkt die Lebenssituation der einzelnen Familien beurteilen und vermeiden dass Leute doppelt auf Listen erscheinen. Aufgrund der Listen werden dann die nicht übertragbaren Gutscheine erstellt. Bei der Verteilung wird der Gutschein mit der existierenden Liste verglichen, der/ die Begünstigte/r unterschreibt und bekommt das Hilfsgut. – Viel Administration, aber es lohnt sich! Denn so wissen wir immer genau wem wir was verteilt haben und können sicher stellen, dass die Menschen mit dem dringensten Bedarf wirklich die Güter erhalten.

Bei jeder Verteilung richten wir ein sogenantes “Beschwerdebüro” ein. Dort können sich jene Personen eintragen lassen, die keinen Gutschein bekommen haben. Am nächsten Tag besuchen wir dann diese Leute und schauen, ob wirklich ein Bedarf für Güter existiert.

Herzlicher Gruss aus Port au Prince, Nikolai Fischer

One Minute of Silence for Haiti
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