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ERDBEBEN CHILE
Donnerstag, den 1. Juli 2010

Wiederaufbau in Chile: 100 erdbebensichere Häuser
Das Erdbeben vom 12. Februar 2010 war in Chile das stärkste Beben in 50 Jahren. Caritas Schweiz leistete Nothilfe für 3000 Familien: Sie stellte ihnen Lebensmittel und Hygiene-Kits sowie Werkzeug und Material für die Erstellung von Notunterkünften und die Reparatur der beschädigten Häuser zur Verfügung.
Nun steht das Wiederaufbauprogramm der Caritas Schweiz fest: Mit Unterstützung der Glückskette werden 100 erdbebensichere Holz-Häuser gebaut, deren Konzept sich in Katastrophensituationen schon bewährt hat.
„Schon nach dem verheerenden Erdbeben in Chile vor 25 Jahren haben wir Holz-Häuser gebaut, die das Erdbeben im Februar schadlos überstanden“, sagt Bettina Bühler, Abteilungsleiterin Afrika und Lateinmerika von Caritas Schweiz. Auch die Zusammenarbeit mit der Organisation Crate (Fondación Centro Regional de Asistencia Técnica y Empresarial) habe sich damals bewährt. Aus diesem Grund plant Caritas Schweiz in Zusammenarbeit mit der Glückskette eine ähnliches Wiederaufbauprogramm: In den Provinzen Talca und Curicó, Region Maule, werden zusammen mit Crate 100 erdbebensichere Häuser in lokal üblicher Holzbauweise wieder aufgebaut. Diese Region ist eine der ärmsten Gegenden des Landes und von den Folgen des Erdbebens am stärksten betroffen.
Die Slideshow Aufbau der Häuser zeigt, wie ein solche Holzhaus innert kürzerster Zeit aufgebaut werden kann.
>>> Slideshow Aufbau der Häuser
>>> Weitere Informationen hier
>>> Bilder der Caritas Hilfsmassnahmen nach dem Erdbeben
Kategorie ERDBEBEN CHILE | 0 Kommentar » | von sara
Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
Montag, den 26. April 2010

An dieser Stelle stand das Haus seiner Familie. Der Tsunami hat es innert Sekunden weggespühlt.
Bettina Bühler, Leiterin der Abteilung Afrika und Lateinamerika der Caritas Schweiz berichtet über ihre Aufgaben und alltägliche Arbeit nach einer Katastrophe wie dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami in Chile im Februar 2010.
“Am 27. Februar hat die Erde in Chile gebebt. Seit über sieben Jahren beschäftigen mich immer wieder Erdbeben und Naturkatastrophen auf dieser Welt. Im Jahr 2003 Iran, im 2004 der Tsunami, im 2005 das Erdbeben in Nordpakistan, im 2008 der Zyklon Nargis in Burma und nun dieses Jahr die Erdbeben in Haiti und Chile. Nachdem ich jahrelang die Projekte vor allem vor Ort konzipiert und durchgeführt habe, ist meine Aufgaben nun hier in der Schweiz als Leiterin der Abteilung Afrika / Lateinamerika. Aber was macht man aus der Schweiz für ein Erdbeben, das hunderte und tausende von Kilometern weit weg ist?

Segundino und Carmen Rita Vara mit ihrem Sohn Manuel vor ihrem zerstörten Haus in Curepto.
Meine Aufgabe besteht zum Beispiel in der Koordination. Was machen andere Schweizer Hilfswerke, was plant die Glückkette, welche Strategie hat die DEZA? Oder ich führe das Personal, das vor Ort einen Einsatz macht. Dies ist ein sehr wichtiger Teil meiner Arbeit, denn ein Ersteinsatz nach einer Katastrophe ist wohl eine der schwierigsten Arbeiten, dies es gibt. Da ist es wichtig und hilfreich, wenn man jemanden hat, wo man mal abladen kann, Erlebtes erzählen oder auch eine Aussensicht bekommen. Letzte Woche hat mich Inger, unsere Mitarbeiterin in Chile gefragt, warum ausgerechnet die Erde immer in der Nacht beben muss, wenn man endlich ein wenig wohlverdiente Ruhe haben möchte… Darauf braucht es keine Antwort, sondern ein grosses Ohr, Zeit zum Zuhören und die Vergewisserung, dass ich alles tun werde, um die Arbeit von Inger zu unterstützen.
Aber es geht auch darum, Finanzierungen zu finden. Unser Ziel ist ja, die betroffenen Personen und Familien möglichst schnell und mit dem Lebensnotwendigsten zu unterstützen. Dazu brauchen wir finanzielle Mittel, damit wir die Güter in Chile einkaufen können. Gerade heute haben wir die neue Liste zusammengestellt: Zucker, Öl, Mehl, Salz, Reis, Milch, Nudeln und Tee für 2000 Familien die kommenden neun Monate. Aber auch Hygieneartikel braucht es für das tägliche Überleben. Seifen, Zahnbürsten und Zahnpasta. So versuchen wir betroffene Familien, die in Zeltlagern oder Notunterkünften wohnen, die kommenden Monate über Wasser zu halten. Auch werden Werkzeuge verteilt: Schaufeln, Äxte, Schubkarren und Plastikblachen um einerseits die Grundstücke vom Schutt zu befreien, andererseits aber auch Notunterkünfte zu bauen. Dies ist besonders wichtig, da der Winter kommt und die Regenzeit bereits begonnen hat. All dies wird zurzeit in Chile umgesetzt und von der Schweiz aus begleitet. Zudem machen wir uns Überlegungen für den Wiederaufbau. Dazu vernetzen wir uns auch mit Fachleuten, welche Erfahrung im erdbebensicheren Wiederaufbau in Lateinamerika und weltweit haben. Nur dies hilft, damit eine solche Katastrophe in einem von Erdbeben immer wieder heimgesuchten Land wie Chile in Zukunft verhindert werden kann. Inzwischen laufen aber die Aktivitäten in der Nothilfe auch Hochtouren weiter und das Erdbeben in Chile dürfte uns noch Monate und Jahre beschäftigen.”
>>> Blog zum Erdbeben in Haiti
Kategorie ERDBEBEN CHILE | 0 Kommentar » | von sara
Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
Mittwoch, den 24. März 2010
Laut der letzten Information der chilenischen Regierung, sind mehr als 1,8 Millionen Menschen vom Erdbeben betroffen. Nahezu 10% der Schäden betreffen den Bildungssektor und 155 000 Menschen haben in ländlichen Regionen noch immer keinen Zugang zu Wasser.
Bild: Caritas Chile, Freiwillige verteilen Lebensmittel
Die Nothilfe von Caritas Schweiz für die Erdbebenopfer in Chile ist auf neun Monate angelegt. Von den Hilfsmassnahmen profitieren 3000 Familien. Zwei Mitarbeiter der Caritas Schweiz sind zurzeit in Chile und koordinieren die Massnahmen.
Caritas Schweiz leistet in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern Nothilfe in Chile. Dabei steht die Erfüllung der dringendsten Bedürfnisse nach Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Schutzmaterial im Vordergrund. Die Menschen sollen so schnell als möglich wieder zu ihrem Alltag finden. Konkret erhalten 2000 Familien Lebensmittel und Hygiene-Kits für neun Monate. Für 1000 obdachlose Familien werden Blachen, Schutzmaterial und Werkzeuge zur Verfügung gestellt, damit sie sich Notunterkünfte errichten oder ihre Häuser reparieren können. Das Projekt hat einen Umfang von CHF 600′000.-
>>> Aktuelle Bilder der Caritas-Hilfsmassnahmen
>>> Augenzeugenbericht auf Radio Fribourg: hören
Kategorie ERDBEBEN CHILE | 0 Kommentar » | von andriu
Autorenbiographie: Andriu arbeitet bei youngCaritas...
Montag, den 15. März 2010
Elsbeth Horbaty, die für Caritas Schweiz in Südamerika und Afrika tätig ist, blickt auf die letzten 10 Tage zurück, die sie in Chile im Erdbebengebiet verbracht hat.

Im Flugzeug über Chile am 13.3.2010 um 17.20 Uhr
Ich sitze im Flugzeug zurück in die Dominikanische Republik und bin der Meinung, meine Aufgaben für Caritas Schweiz erfüllt zu haben. Wir wissen, mit wem und wo wir Nothilfe leisten und anschliessend den Wiederaufbau beginnen können. Wir werden dies mit der Zentrale besprechen und alle Details können sicher bald auf der Website der Caritas Schweiz nachgelesen werden.
Ich schreibe diese Zeilen zum Abschluss meiner 10 tägigen Fact-Finding-Mission nach dem Erdbeben in Chile auf einem neuen kleinen Computer, den ich in Panama gekauft habe, wo sie nur halb so teuer als sonst auf der Welt sind. Mein eigener Computer hat den Geist aufgegeben in Chile. Also bin ich wieder zurück in der Welt der Flughäfen wie dem hier in Panama, voll von Computer, Air Conditioner, Uhren und Parfums, wo alles zu funktionieren scheint. Aber irgendwie traue ich all dem nicht so ganz, nach 10 Tagen ständigem Beben habe ich das Gefühl, dass alles von einer Sekunde auf die andere zusammen brechen könnte. Wie an der Autobahnraststätte bei der Rückfahrt nach Santiago am letzten Donnerstag. Eine Autobahnraststätte wie jede andere auf der Welt, die Bedienung in Uniform und mit einem gekünstelten Lächeln, alles frisch geputzt und plötzlich das Nachbeben mit 7,5 Stärke. Die Gesichter der Angestellten und Gäste erstarren augenblicklich, alle rennen nach draussen, ich mit einem Teller Pommes Frites in der Hand, lautes Geschrei, Tränen in den Augen. Es ist, als ob es die Welt zerreissen würde und ich habe auch 5 Minuten später noch immer den Teller mit den Pommes Frites in der Hand.

Ich fliege zurück und weiss, dass meine Kollegin Inger die begonnene Arbeit weiterführen wird. Wir haben gut zusammen gearbeitet, ähnliche Ansichten, beide gute Kenntnisse im Analysieren von schwierigen Situationen, eine ähnliche Auffassung, was gemacht werden muss oder könnte. Die Kenntnis im Campieren von Inger und meine Pfadi-Jugenderfahrungen kommen in solchen Momenten sehr gelegen, wir sind beide gut im Organisieren von Reisen und ungewissen Übernachtungsorten. Dass wir beide auch die gleichen Probleme beim Parkieren vom Auto haben, ist nur nebenbei erwähnt und wird unsere geleistete Arbeit wohl kaum überschatten.
Ich fliege zurück und bin sicher, dass Caritas Schweiz einen Beitrag zum Wiederaufbau leistet. Trotzdem umgibt mich eine Traurigkeit. Ich fliege zurück und dort geblieben ist Elsa Velasquez mit ihrem totkranken Sohn, an der Küste bei Coliumo ist Henry Sanhueza geblieben, ein Fischer der 6 Tage nach dem Erdbeben noch immer sein Haus im Treibholz suchte. Da geblieben ist eine Bekannte, deren Schwestern vor dem Erdbeben mit ihren Kindern 2 und 4 Jahre ans Meer in die Ferien gefahren ist und nun ein Leben ohne ihre Kinder weiterführen muss. Unvorstellbar. Unvorstellbar wie lange es dauern wird, die materiellen Schäden zu beheben und was alles gemacht werden muss, um die Wunden, welche das soziale Erdbeben aufgerissen hat, wieder zu verheilen. In fast allen betroffenen Städten wurden die Geschäfte geplündert und nicht nur von armen Leuten. Nein, jeder hat im Moment des Erdbebens alles an sich gerafft, was er konnte. Die Menschen in Concepcion stehen unter Schock, dass so etwas in Chile passieren konnte. Es tut ihnen gut, die spontanen Hilfsaktionen von tausenden Chilenen und Chileninnen zu erhalten und zu wissen, dass die Solidarität noch immer wichtig ist in diesem Land. Ich freue mich, etwas für Chile und die Menschen tun zu können, denen ich begegnet bin. Trotzdem bleibt eine Traurigkeit hängen, als wir wieder in Santo Domingo landen. Das Mega- Erdbeben in Chile hat anscheinend die Achse der Erde verschoben und die Tage um Microsekunden kürzer gemacht. Ich hoffe, dass diese Microsekunde mich einmal am Tag daran erinnern wird, dass wir hier auf dieser Erde alles mit allem verbunden sind und uns alle etwas näher gebracht hat.
>>> Interview mit Elsbeth Horbaty in der Sendung “Glückskette aktuell” auf DRS 1 vom 14.03.2010 (ab Minute 1:05 – 4:47)
Kategorie ERDBEBEN CHILE | 0 Kommentar » | von sara
Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
Sonntag, den 14. März 2010
Um das schwere Erdbeben in Chile ist es bereits recht still geworden. Wie sieht es vor Ort aus und wie wird geholfend? Unsere Delegierte Elsbeth Horbaty berichtet heute auf DRS 1 aus Chile: Bericht hören
Kategorie ERDBEBEN CHILE | 0 Kommentar » | von andriu
Autorenbiographie: Andriu arbeitet bei youngCaritas...
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