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CYCLING TOGETHER
Montag, den 19. Oktober 2009

Von Tabriz nach Shiraz
Reisterrassenfelder, Apfelbäume, lächelnde Frauen, Nomadencamping. Fast Food, Bananen-Milkshake, junge Mädchen auf Roller, Sechzigerjahre-Look. Schwarze Tschadors, schiitische Heiligtümer, Mullahs. Einige wild zusammengetragene Wörter, die unsere Eindrücke der letzten paar Tage im Iran zusammenfassen.

Der Iran – ein Land voller Kontraste. Wir haben es schon in Tabriz gemerkt: die Berichterstattung westlicher Medien entspricht der Realität. Jedoch einer unter vielen. Den Bildern der Unterdrückung, die in unseren Medien gemalt werden, sind wir bis jetzt nur vereinzelt begegnet. Zum Beispiel beim Durchfahren einer strategischen Zone, als unsere Fotoapparate und Handys näher kontrolliert wurden. Nicht zu vergessen sind die Zeichen und Gesten all jener, die das Regime und die aktuelle Situation leid sind.

Seit Tabriz haben wir auch landschaftlich vieles gesehen. Die ersten paar Tage sind wir riesige von mächtigen Bergen umgebene Hochebenen durchquert, es hat jeden Tag heftig gewittert, die Nächte waren äusserst kühl. Danach ging es leuchtend grüne Berghänge runter richtung kaspisches Meer in den Nebel und Regen. Nach weiteren Regentagen folgte ununterbrochener Sonneschein, der uns nach zwei Tagen an der Küste auch in eine weitere Steigung landeinwärts in sehr trockene Regionenbegleitete, wo neben dem Strassenrand nicht als endlose Getreidefelder zu sehen sind, die vor ein paar Monaten geerntet wurden, und ausser vertrocknetem Stroh nichts mehr steht. Diese Strasse führte uns nach Qom, die Stadt der Mullahs, die konservative Stadt, die Stadt des Imam Khomeini, der Vater der islamischen Revolution.

Was wir in Qom und auf der weiteren Strecke bis nach Shiraz, im Süden des Iran, erlebt haben, kannst du auf unserem Blog nachlesen. Wir haben ebenfalls neue Photos herauf geladen, damit du dir ein Bild unserer Reise machen kannst.
>>> Blog und Photos von Cycling Together auf ihrer www.cycling-together.org
Kategorie CYCLING TOGETHER | 0 Kommentar » | von sara
Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
Montag, den 14. September 2009

Nach 10 Tagen endlich wieder mal Internet…
Während sich Philippe immer noch von seinem Sturz erholt und seinem Ellbogen genügend Zeit gibt, um zu heilen, haben ich und Dimitri uns auf den Weg durch die Berge der Ost-Türkei gemacht.
Wir sind auf dem Weg auf ein Hochplatteau auf 1600 Metern an karger Vegetation (einige Nadelbäume- und sträucher und gelbliche ausgedörrte Gräser) und an künstlich angelegten Seen vorbeigefahren, die von roten Hügeln umgeben sind, deren verschiedenen geologischen Schichten genau auszumachen sind, weil sich das Gelb und Grau abwechslet.
Wir haben anschliessend Bayburt erreicht, eine kleine Stadt von militärischem Interesse, aber ansonsten unbedeutsam, wo sich Dimitri sein Dynamo und Sattelüberzug hat stehlen lassen. Es folgte die Abfahrt in ein landschaftlich abwechslungsreiches Tal: zuerst im gelblichen Licht des Sonnenaufganges ausgedehnte Steppen und Felder, dann verengt sich das Tal und wir befinden uns plötzlich in einem Canyon, wo der Flusslauf tiefe Gräben hinterlassen hat. Kleine Strassen, die sich immer noch im Bau befinden und die unseren Pneu und Schläuchen zusetzen…

Nach Yusufelı, das sich auf 600 Meter und tief in einer kargen Schlucht befindet, wo Feigen- und Granatapfelbäume wachsen, geht es wieder bergauf: zu Fuss machten wir uns während zwei Tage auf den Weg und bestiegen den Gifpel einer Bergkette – unser Gepäck haben wir natürlich mit uns getragen. 1200 Meter später befanden wir uns mitten in einer alpinen Landschaft mit Tannenbaum-Wälder, Weideland, Wiesen, Bergspitzen über 3300 Metern und einem kleinen tiefblauen See. Wir sind noch ein bisschen höher geklettert, um die Sonne, die in einem Wolkenmeer untergeht, zu bewundern.

Weiter ging es mit dem Velo. Es folgten 80 km durch eine enge Schlucht, der erste Regen nach langer Zeit, einem Pass auf 2640 Metern, kalten Temperaturen (Morgens 2 Grad Celcius) und ein weiteres Hochplatteau mit Unmengen von Kühen. Wir sind jetzt ganz in der Nähe der georgischen und armenischen Grenze und erreichen die Stadt Kars, wo uns ein Kälteeinbruch und Gewitter erwarten.
Philippe, der uns im Bus nachreist, um seinen Arm zu schonen, wird in ca. 10 Tagen zu uns stossen. Wir zwei hoffen, dass wir wie geplant weiter über Igdir nach Dogubayazıt fahren, wo wir den Berg Ararat besteigen wollen, und dann endlich die iranische Grenze passieren, um dann in Tabriz um den 19. September Philippe treffen werden.
Wir freuen uns, ein weiteres Land zu entdecken!
Dımıtrı und Jonas
P.S. Wir haben mittlerweile fast 6000 km, das heisst fast die Hälfte unserer Route, hinter uns und somit schon fast 8500 CHF gesammelt!
>>> Weitere Infos zu Cycling Together und Photos von unterwegs hier.
Kategorie CYCLING TOGETHER | 0 Kommentar » | von sara
Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
Dienstag, den 25. August 2009

Nach Istanbul: die Entdeckung der ländlichen Türkei
Nach dem Eintauchen in die Grossstadt Istanbul sind wir wieder unterwegs, diesmal aber auf dem asiatischen Kontinent.
Wir sind zuerst in Richtung Norden durch hügelige Landschaften voller Nadelbäume ans schwarze Meer mit seinen Sandstränden geradelt. Danach folgte eine Etappe entlang des Meeres, zum Teil auf vier-spurigen Uferstrassen, zum Teil auf miserablen, kaum erkennbaren Pisten durch riesige Haselnussplantagen.
Da uns die Küste nicht viel zu bieten hatte, beschlossen wir, landeinwärts zu fahren, um Anatolien zu erkundigen: kleine hügelige Strassen, die Durchfahrt von unzähligen Bauerndörfer, wo wir oft mit Tee und einer Handvoll Haselnüsse begrüsst wurden – die Gastfreundschaft der Türken erstaunt uns immer wieder!
Und dann: ein Lastwagen, der Unmengen Öl verliert, eine Kurve und Philippe, der plötzlich am Boden liegt und dessen Elbogen mit jedem Kilometer noch mehr schmerzt. Eine kleine Stadt weiter und der medizinische Befund: der Ellbogen muss mit einem Gibs stabilisiert und ein paar Ruhetage eingelegt werden.
Philippe bleibt in Devrek, um sich zu erholen, während wir, Dimitri und Jonas, entscheiden, Amasra, eine kleine touristische Hochburg am schwarzen Meer, zu besuchen. Es ist wahrscheinlich einer der schönsten Orte an der Küste, aber auch ziemlich schwer zu erreichen.
Philippe wird sich in einigen Tagen mit dem Bus zu uns gesellen, damit wir dann gemeinsam unsere vorgesehene Route weiterfahren können. Wir werden uns voraussichtlich in Richtung Trabzon und Kars in der Nähe der georgischen und armenischen Grenzen aufmachen, bevor es dann weiter in Richtung Süden geht, wo wir schliesslich die iranische Grenze überqueren werden.

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Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
Mittwoch, den 12. August 2009
Rossinière – Istanbul: ein paar Zahlen zu den ersten 33 Tagen unterwegs
Nach fast 3400 km haben wir nun Istanbul erreicht, das heisst wir sind pro Tag durchschnittlich 103 km gefahren.
Auf unserer Route durch die Berge haben wir 38′000 Höhenmeter bezwungen, das sind im Schnitt 1151m pro Tag, was etwa einem Alpenpass pro Tag entspricht! Unsere Tages-Durchschnittsgeschwindigkeiten haben bis jetzt zwischen 12 und 22 km/h geschwankt, je nach Wind, Strassenzustände und Tagesform. Ohne die Pausen miteinzuberechnen, waren wir bis jetzt täglich zwischen 5 und 7 Stunden unterwegs.
Was das Technische anbelangt: unsere Velos haben bis jetzt gut mitgehalten. Bis auf einen kaputten Reifen in Kroatien und eine gerissene Kette am Tag nach unserer Abreise hatten wir keine Pannen.

Gesundheitlich geht es uns sehr gut. Unsere Knie schmerzten vor allem nach den Bergetappen, wir werden ab und zu von Mücken oder Bienen gestochen und hatten etwas Probleme mit dem Essen. Ansonsten fühlen wir uns sehr fit.
Auch das Wetter ist auf unserer Seite. Während der letzten 33 Tage hatten wir nur einen verregneten Morgen und zwei Abendgewitter! Die Regenausrüstung kam also noch nicht wirklich zum Einsatz. Wir hatten auch meistens Rückenwind, ausser eines Tages in Montenegro, eines in Albanien und zwei in der Türkei.
Während der Fahrt auf den Furka hatten wir Temperaturen von 6 Grad, während das Thermometer in Bulgarien an den heissesten Nachmittagen im Schatten auf 37 Grad geklettert ist. Während dieser heissen Tage trinken wir zwischen 4-6 Liter täglich.
Bis jetzt haben wir im Schnitt pro Tag und Person 10.- sFr ausgegeben, hauptsächlich für Nahrungsmittel.
Unsere Tagesabläufe sehen etwa so aus:
Wir stehen um 06:00 auf, brechen unsere Zelte ab, essen entweder Müesli mit Joghurt oder Konfibrötli und brechen meist um 07:20 auf. Während des Morgens machen wir einige Pausen zwischen 5 bis 20 Minuten und halten Mittags nach 50 bis 70 km um 12:30 an, um etwas zu essen (Brot, Käse, Tomaten, etwas Fleisch, Früchte und Kekse) und um etwas länger auszuruhen. Wann immer wir können, versuchen wir am Meer oder an einem See zu halten, um noch kurz ins Wasser springen zu können. Gegen 14:00 machen wir uns wieder auf den Weg, wieder mit ein paar Pausen. Oft füllen wir unsere Wasser“flaschen“ (alles in allem sind das 15 Liter) an einer Tankstelle auf und suchen gegen 18:00 ein gemütliches Plätzchen, wo wir unser Lager aufschlagen und ein einfaches Abendessen zubereiten können. Auf dem Menu steht meistens 1kg Polenta oder Reis mit Ratatouille oder 1 kg Pasta mit Tomaten und Gurken. Das ist immer der schönste Moment des Tages: wir essen müde und zufrieden in aller Stille unsere riesigen Portionen und schauen dabei dem Sonnenuntergang zu. Gegen 21:00, wenn die Mücken lästig werden, verkriechen wir uns in unsere Zelte, schreiben etwas in unsere Tagebücher und legen uns auf’s Ohr, um am nächsten Morgen eine ähnlichen und doch völlig anderen Tag in Angriff zu nehmen.
Für das Team, Jonas
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Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
Dienstag, den 11. August 2009

Erste Bilder sind endlich online!
Auf der Website von Cycling Together finden sich neben dem Blog nun auch Bilder von den ersten 3000 Kilometer, die Philippe, Jonas und Dimitri seit dem 8. Juli zurück gelegt haben!
>>> Mehr dazu auf: www.cycling-together.org
Die Jungs sind mittlerweile in Istanbul angekommen und gönnen sich ein paar Tage Ruhe, bevor sie sich weiter richtung asiatischen Kontinent aufmachen.
>>> Vergangene Berichte auf dem youngCaritas Blog
Kategorie CYCLING TOGETHER | 0 Kommentar » | von sara
Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
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