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UMWELT UND MEHR: MARIUS BLOGT
Mittwoch, den 25. August 2010
Liebe Blog-Leser! Aus aktuellem Anlass publiziere ich heute einen Beitrag einer Bekannten, der Pakistanerin Saman Ikram. Der Beitrag ist in Englisch geschrieben.
“I am writing to you, as a citizen of Pakistan, as a Yale graduate student, and as an environment professional aspiring to bring the climate and clean energy agenda to the fore – but above all I write to you as a citizen of the world.
The world must not let the focus on Pakistan’s corrupt elite and government and the image of militancy, let millions of innocent women and children suffer for no fault except the fact they are in a disaster stricken region. To be born into vulnerability in a country that has a bad public face should not be held against them. On the contrary, scarily enough right now it is these very radical groups who have the ‘most’ outreach at present…and are giving aid and food to the helpless starving masses. (This is a sad fact journalists covering the sites have personally corroborated, in terms of visibility in remote areas). The UN is appealing for more helicopters, more aid – because of the scale – there is not enough outreach. There is simply ‘not enough.’

Pakistan versinkt in der Katastrophe (Photo: www.irinnews.org)
Our common humanity matters more and tackling climate change is the greatest opportunity in this age of information and innovation. I ask the development community as fellow ‘humans’ as environmental stewards, to use the power of social networks, their expertise and their influence to lend a united voice to UN Chief, Ban ki Moon’s heartfelt appeal, the appeal of every flood affectee and those battling hard to save lives in what is Pakistan’s ground zero. This is a “global disaster” and global warming will bring more of them. Climate change poses the biggest threat to all nations, and building climate resilience in tandem with mitigation could be a key solution for tackling it, because it is both preemptive and adaptive.
I reach out to you, in this dark hour of a silently rising leviathan of a humanitarian crisis – something I have never seen in my lifetime. I write to you with positive confidence, that with sustainable collective effort ‘we’ can make it better together and ‘give people the courage to live with confidence in the face of change’. We cannot in all conscience let the negative forces win.
Sincerely,
Saman Ikram”
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Autorenbiographie: Marius ist Ökonom mit Fokus auf Klima und Entwicklung
Sonntag, den 15. August 2010
Die Chancen stehen gut, dass die Schweiz am 22. September zum ersten Mal eine überwiegend weibliche Regierung hat. Es ist selbst möglich, wenn auch wenig wahrscheinlich, dass eine Mehrheit von 5 zu 2 Frauen die Schweiz steuern wird. Rückwärts gewandte Kräfte fürchten sich jetzt schon vor der Retourkutsche für Jahrtausende von Männerdominanz. Doch eine Frauenmehrheit im Bundesrat würde die Geschlechterfrage nicht verschärfen, sondern zu deren Überwindung beitragen.

Schweizer Bundesrat: Bald mehrheitlich weiblich?
Dies muss letztlich auch das Ziel sein: Dass das Geschlecht irgendwann keine grosse Rolle mehr spielt, und sich die Wahl vermehrt auf die Führungsfähigkeiten der KandidatInnen konzentrieren kann. Was angesichts von Sprachregionen, Parteienvertretung und Alter ohnehin schon schwierig genug ist. Eine vollständige Repräsentation der Bevölkerung durch nur 7 Magistraten ist ohnehin Illusion. Schliesslich entsprechen die heute typische Dominanz von 50 – 65-jährigen Juristen auch nicht dem Volksdurchschnitt.
Für einen Aufschrei wegen einer möglicherweise deutlichen Frauenmehrheit im Bundesrat kann es auch aus historischer Sicht kein Verständnis geben. Frauen können hierzulande noch nicht einmal seit 40 Jahren wählen und gewählt werden. Seit der Einführung des Frauenwahlrechts im Jahr 1971 ist deren Anteil im Nationalrat stetig angewachsen, heute sind es knapp 30%. Im Bundesrat gab es bis 1984 keine Frau, und erst 1999 waren erstmals 2 Frauen in der Landesregierung.
Das es nun einmal für eine Weile umgekehrt sein soll kann kaum Anlass zur Sorge sein. Vielmehr würde sich die Gesellschaft mehr und mehr an Frauen in Führungspositionen gewöhnen. Damit könnte auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel in Unternehmungsleitungen den Wandel zu beschleunigen.
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Autorenbiographie: Marius ist Ökonom mit Fokus auf Klima und Entwicklung
Montag, den 24. Mai 2010
Wie die Volkswirtschaft erleben auch politische Themen konjunkturelle Auf- und Abschwünge. Mit Al Gore’s Film „An Inconvenient Truth“ und dem vierten UN-Klimabericht schoss die globale Erwärmung in den Jahren 2006 und 2007 an die Spitze des Sorgenbarometers. Doch spätestens seit dem gescheiterten Gipfel von Kopenhagen und einigen aufgebauschten und echten Skandalen rund um die Klimatologie sackte dessen Popularität wieder auf rekordtiefe Werte ab.

Die Gletscher des Himalayas schmelzen, verschwinden aber kaum bis 2035.
Skandälchen und Skandale
Die so genannte Climategate-Affäre ist Inbegriff für diese politische Rezession. Bemerkungen aus gehackten Emails von Klimawissenschaftern der englischen Uni von East Anglia wurden zu Beweisen von angeblichen Fälschungen von Klimatrends aufgebauscht. Der kalte Winter hat den Leugnern des Klimawandels erst recht Auftrieb gegeben. Erst gestern erhielt ich eine Nachricht einer Gruppe von selbsternannten Experten, die selbst den Treibhausgaseffekt an sich in Frage stellen.
Doch nicht die Klimaschützer können und dürfen nicht sämtliche Kritik als haltlos abtun. Beispielsweise steht im UN-Klimabericht, die Gletscher des Himalayas könnten bis 2035 verschwinden. Die ursprüngliche Informationsquelle sprach aber vom Jahr 2350. Auch der Fall von Tuvalu spricht Bände: Trotz fehlender wissenschaftlicher Beweise ist das beobachtete Versinken der Pazifikinsel im Klimabericht erwähnt. Geht man den Quellen nach, stösst man lediglich auf einen australischen Zeitungsbericht.
Knackpunkt Kommunikation
Das Hauptproblem der Klimapolitik liegt in der Kommunikation: Wir können die Zukunft nicht exakt vorhersagen. Im politischen Alltag sind aber simple Slogans gefordert. Klimaschützer haben dann oft die unangenehme Wahl zwischen vereinfachten, wissenschaftlich fragwürdigen Aussagen, oder dem zeitlichen Übertreten der Aufmerksamkeitsspanne des Durchschnittsbürgers.
An einer überzeugenden und dennoch korrekten Botschaft müssen wir während der klimapolitischen Depression arbeiten. Denn fehlende Exaktheit der Voraussagen bedeutet nicht, dass Untätigkeit die richtige Antwort ist. Jede vernünftige Person und jede Unternehmung, der mit Wahrscheinlichkeiten von über 90% schwere Verluste drohen, wenn sie ihr Verhalten nicht ändert, wird das Risiko ernst nehmen. Und die Quintessenz der Klimaerwärmung ist, dass wir mit dem ungebremsten Treibhausgasausstoss das Risiko von Fluten, Dürren und anderen Klimakatastrophen samt weitreichenden Folgeschäden in die Höhe treiben.
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Autorenbiographie: Marius ist Ökonom mit Fokus auf Klima und Entwicklung
Montag, den 12. April 2010
Mit einer Konferenz am Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn hat vergangenes Wochenende der Versuch begonnen, den Scherbenhaufen von Kopenhagen doch noch zu einem sinnvollen Klimaabkommen zusammenzusetzen. Bis zum nächsten grossen Gipfel in Mexiko im Dezember haben die Verhandler Zeit, den Boden für die dringend benötigten Emissionsreduktionen und Anpassungsmassnahmen vorzubereiten.
4 Monate nach Kopenhagen ist es Zeit, den Kampf wieder aufzunehmen
Scherbenhaufen
Vor knapp vier Monaten ging der Klimagipfel von Kopenhagen trotz der hohen Erwartungen und noch höherer Dringlichkeit ohne bindendes Abkommen zu Ende, unter anderem weil die notwendigen Massnahmen sehr weitreichende Eingriffe in wirtschaftliche Prozesse bedingen. Erschwerend kommt hinzu, dass letztlich alle knapp 200 Staaten einem Abkommen per Konsens zustimmen müssen, was angesichts der teilweise diametral gegensätzlichen Interessen fast unmöglich scheint.
Leider ist die Situation nicht leichter, sondern schwieriger geworden. Einerseits, weil die schlecht organisierte Konferenz in Dänemark viel Vertrauen zerstört hat. Insbesondere die ärmeren und schwächeren Entwicklungsländer fühlten sich durch undurchsichtige Absprachen zwischen einigen wenigen Ländern hintergangen. Einige Entwicklungsstaaten, darunter Bolivien, Venezuela und Sudan, sind daran, eine Gegenallianz zu schmieden, die wegen dem notwendigen Konsens in den Verhandlungen quasi Vetorecht haben könnte.
Politische Tiefdrucklage
Andererseits hat der politische Druck abgenommen. Die Wirtschaftskrise und ihre nachhinkenden Auswirkungen auf Staatskassen und die Arbeitslosigkeit bedeuten für Politiker, dass der Klimawandel vorerst in der Schublade verschwindet. Besonders schwierig ist die Situation in den USA, die wieder deutlich weiter weg von einem griffigen Klimagesetz sind als noch vor einem Jahr.
Die Aussichten für Mexiko und den Weg dorthin sind daher düster. Unmöglich ist der Deal aber nicht: Trotz den immer wortlauteren Klimaleugnern nimmt die Einsicht einflussreicher Leute zu, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Und dank dem Aufschwung grüner Technologien nehmen auch wirtschaftliche Interessen an einer klimafreundlichen Politik zu. Die Frage ist nur, ob sich all dies genügend schnell in politische Taten umsetzt.
Notiz:
Nach einigen Monaten Absenz melde ich mich mit diesem Beitrag in der Blogosphäre zurück – allerdings schreibe ich nur noch unregelmässig. Regelmässiges Zugreifen auf die youngCaritas-Seite lohnt sich allerdings dank dem reichen Menü stets.
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Autorenbiographie: Marius ist Ökonom mit Fokus auf Klima und Entwicklung
Samstag, den 19. Dezember 2009
Nach einer letzten schlaflosen Nacht im Konferenzgebäude jubelte der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon: Der Deal ist im Sack. Doch alles was der 2-wöchige Klimagipfel von Kopenhagen wirklich produziert hat ist ein Feigenblatt. Weil die 120 anwesenden Staatschefs nicht vollständig das Gesicht verlieren wollten, feilschten sie den „Copenhagen Accord“ aus, der allerdings weder ein richtiger Vertrag noch genügend genaue oder ambitiöse Klimaschutzziele enthält. In der Tat wurde das Dokument nicht einmal von allen Staaten gutgeheissen, sondern nur „zur Kenntnis genommen“.

Vielmehr als Hoffnung bleibt nach dem Gipfel von Kopenhagen nicht
Wie kam es dazu?
Grob gesagt geschah während den ersten 10 der 12 Tage so gut wie nichts. Delegierte verschiedener Länder bezeugten ihren Frust mit der Art, wie die Verhandlungen blockiert wurden. Diverse Unterhändler, allen voran jene der USA, von China, aber auch viele andere, folgten den Anweisungen ihrer Chefs, auf ihren Positionen zu verharren. In einem Verhandlungsprozess, der für jede Entscheidung vollständigen Konsens erfordert, bedeutet dies Stillstand.
Wenig geholfen hat offenbar auch die Art, wie das dänische Präsidium die Konferenz leitete. Die Dänen speisten mehrmals Vertragsentwürfe in den Prozess, welche jedoch von den Entwicklungsländern als den Norden bevorteilend empfunden wurden. Und so verspielte sich die Konferenzleitung rasch wertvolles Vertrauen. Der Verhandlungsmaschine fehlte nun das Schmieröl.
Neben der unglücklichen dänischen Leitung tragen aber auch viele andere Schuld. Die USA boten nicht mehr an als die 17% Emissionsreduktion. China weigerte sich, angekündigte Klimaschutzmassnahmen international überprüfen zu lassen, mit dem lächerlichen Argument, dies verletze die nationale Souveränität. Relativ gut steht die EU da, die immerhin 30% Reduktion anbot, falls andere mitziehen. Insbesondere Grossbritannien kämpfte für eine starkes Abkommen. Die Schweiz war, wie so oft, relativ unsichtbar.
Wie weiter?
Der „Copenhagen Accord“ spricht lose von „dringenden Taten“, doch entgegen ersten Entwürfen wurde selbst das Ziel, nächstes Jahr einen verbindlichen Vertrag zu verabschieden, herausgestrichen. Im besten Fall geschieht dies dennoch. Im schlimmsten Fall hat das Fiasko von Kopenhagen derart viel Vertrauen und Elan zerstört, dass wir in eine klimapolitische Anarchie zurückfallen.
>> Text des Copenhagen Accord
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Autorenbiographie: Marius ist Ökonom mit Fokus auf Klima und Entwicklung
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