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2008: SFBB IN BOLIVEN
Dienstag, den 17. Juni 2008
Wir erinnern uns: Die GewinnerInnen des youngCaritas-Award 2007 haben im April Bolivien bereist und vor Ort Projekte der Caritas Schweiz besucht. Die eindrücklichen Impressionen hat unser Bloger Marius (links im Bild) zu einem Reisebericht verarbeitet, der im heute erschienen Caritas Magazin nachzulesen ist.
Und für alle, die noch nicht youngCaritas-Mitglied sind (und darum das Caritas Magazin nicht erhalten), haben wir hier den den Reisebericht als PDF:
>>> Fussball auf 3500 Metern über Meer
Kategorie 2008: SFBB IN BOLIVEN | 0 Kommentar » | von andriu
Autorenbiographie: Andriu arbeitet bei youngCaritas...
Montag, den 28. April 2008

Ich hatte die Möglichkeit in Absprache mit Urs Schori (Programmverantwortlicher der Caritas Schweiz für Bolivien) die Reise für die youngCaritas-Award Gewinner 2007 zu planen und zu begleiten. Dabei hatte ich das Glück mit einer Gruppe unterwegs zu sein, die mich als “el Veterano” bestens aufnahm.
Zusammen sind wir über staubige Pisten gefahren, die jedes Mountainbikerherz höher schlagen lässt, erlebten indigene Andina Musica pur, sind von den Kindern zum Mittanzen eingeladen worden, konnten uns vor Ort über die enorme Identifikation der Mitarbeitenden für ihre Arbeit überzeugen, sahen in den Augen den Kindern die Lust mehr Wissen zu wollen, spielten Fussball auf Niveau der besten Schweizer Nati in einer Höhe von 3‘800 m.ü.M., zeigten uns überrascht wie es die Menschen vor Ort schaffen Tomaten, Gurken, Broccholi, Salat etc. gedeihen zu lassen, konnten es kaum fassen welche schweren Lasten die Menschen auf dieser Höhe mit einfachen Tragsystemen stundenlang herumtragen und hatten gemeinsam den Eindruck, dass diese Arbeiten und Investitionen vor Ort über kurz oder lang den Menschen bessere Perspektiven eröffnen werden.
An dieser Stelle danke ich Caroline, Sara, Jonas und Marius für die Bereitschaft, dass sie sich auf die Begegnungen eingelassen und somit entscheidend an der phantastischen Reise mitgewirkt haben.
Meinen besten Dank auch an Urs Schori, an Max, Daisy sowie die beiden Fahrer Edi und Emanuel. Ohne sie hätten wir keine Chance gehabt, eine Bolivienreise zu erleben, die auf allen Ebenen nachwirkt!
Raphi Ammann
>>> Unsere Reise in Bildern
Kategorie 2008: SFBB IN BOLIVEN | 5 Kommentare » | von andriu
Autorenbiographie: Andriu arbeitet bei youngCaritas...
Samstag, den 26. April 2008
Vorgestern habe ich meinen letzten Tag in Bolivien verbracht. Unter strahleneder Sonne und warmen Temperaturen habe ich mich am Morgen in Cochabamba auf den Weg zu einem letzten Interviewtermin gemacht. Ich befragte eine Angestellte der lokalen Regierung zu einer Deponie. Diese soll Emissionszertifikate abwerfen, in dem eine Methangasverbrennungsanlage installiert wird. Methangas ist ein kräftiges Treibhausgas. Die Investition könnte daher fürs Klima einiges bringen. Das Problem mit dem Projekt bislang war, dass wohl auch aufgrund des schlechten Investitionsklima – die lokale und die nationale Regierung liegen sich in den Haaren – keine Firma bereit war, auch nur eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Die Aussicht, Emissionszertifikate zu erhalten, könnte das Projekt interessanter machen. Auf diese Weise kann der CDM für Entwicklungsländer einen Unterschied machen.
Nach dem Interview besuchte ich einen grossen Markt in Cochabamba, wo ich mir günstig ein Goldkettchen und eine Flasche bolivianischen “Zingani”, eine Art Grappa, als Erinnerung kaufte. Der Detailhandel scheint in Bolivien fast ausschliesslich auf solchen, offenbar weitgehend “schwarzen” Märkten statt – dies sollte man in Erinnerung behalten wenn man von einem Bruttoinlandprodukt von nur gut 1000 Dollar pro Kopf und Jahr spricht: Ein bedeutender Teil des stattfindenden Wirtschaftsleben ist darin nicht abgebildet. Das heisst natürlich nicht, dass Bolivien nicht ein armes Land sei, aber man kann mit offiziellen Zahlen nur wenig sagen über denn effektiven Lebensstandard der Einwohner.
Für den Rückflug kam ich ziemlich knapp auf den Flughafen. Auf meinem Ticket hiess es, der Flug sei um 15h, am Flughafen wurde er dann aber für 14h10 angeschrieben. Danach lief aber alles sehr rund. Die Reise war angenehmer als die Hinreise, mit kürzeren Umstiegzeiten und meinerseits besserem gesundheitlichem Zustand. In Paris nahm ich meinen Koffer (samt Cocablättern) in Empfang, und musste noch ein paar Stunden auf meinen letzten Flug nach London warten. Wie kurz einem dann eine Reise von Paris nach London vorkommt (trotz 5 Warteschlaufen vor Heathrow). Auch in London bin ich heil angekommen, und geniesse die Tatsache, dass es nun ca. 20 Grad wärmer ist als bei der Wegreise.
Im Rückblick auf diese Bolivienreise ist es wohl kaum verfehlt zu sagen, dass sie mein Leben verändert hat. Ich sah sehr spannende und sinnvolle Entwicklungsprojekte, was mir neben meinem recht theoretischen Studium in Entwicklungsmanagement eine praktische Perspektive gibt. Ich habe viele interessante Leute kennengelernt, und dank dem Aufenthalt bei der Familie von Daisy und Alvaro richtig ins Leben von La Paz eintauchen können. Ich konnte ergiebige Interviews für meine Masterarbeit machen. Und vielleicht bekomme ich ein Praktikum beim UN Entwicklungsprogramm in Bolivien. Die Chancen, dass ich weitere Wochen meines Lebens in Bolivien verbringen werde, stehen auf jeden Fall sehr hoch.
Kategorie 2008: SFBB IN BOLIVEN | 0 Kommentar » | von raphi
Autorenbiographie:
Donnerstag, den 24. April 2008
Heute Abend bin ich von La Paz nach Cochabamba geflogen, um morgen dann die grosse Reise zurück nach London anzutreten. Der kurze Flug über den Altiplano ist beeindruckend. Man lässt das Lichtermeer der Millionenstadt La Paz/El Alto hinter sich, fliegt dann durch die stockdunkle Nacht, weil kaum ein Dorf mit Elektrizität auf dem Weg liegt, und landet taucht nach einer halben Stunde ins nächste Lichtermeer, jenes von Cochabamba. Der erste Schritt des Abschieds ist damit getan.
Gestern hatte ich einen produktiven Interview-Tag verbracht. Am morgen habe ich mit dem Chef der Elektrizitätsfirma, welche das Wasserkraftwerk in den Yungas betreibt, gesprochen. Am Nachmittag unterhielt ich mich dann mit verschiedenen Leuten der zuständigen nationalen Behörde. Diese Treffen brachten interessante Spannungen zu Tage. Es scheint tatsächlich so, als würden die Behörden mit unsteter und unverständlichen Massnahmen neue Projekte weitgehend verhindern. Sie verlangen – oft im Nachhinein – bis zu 45% der Emissionszertifikate, neben den normalen Steuern. Damit werden ökologisch und ökonomisch sinnvolle Projekte nicht gerade gefördert.
Den letzten Abend in La Paz verbrachte mit einem guten Abendessen mit der Familie von Daisy und Alvaro, und einer langen Disconacht. Die Stadt hat auch in dieser Hinsicht einiges zu bieten!
Morgen geht´s dann, nach einem letzten Interview hier in Cochabamba (mit den Projektverantwortlichen einer Deponie, wo eine Methangas-Verbrennungsanlage installiert werden soll), zurück nach Europa – über Paraguay, Brasilien und Frankreich. Ich werde am Samstag noch einen letzten Blog zum abrunden veröffentlichen.
Kategorie 2008: SFBB IN BOLIVEN | 0 Kommentar » | von raphi
Autorenbiographie:
Dienstag, den 22. April 2008
Inzwischen sind ein paar weitere Tage hier in La Paz vergangen – im Nu, ehrlich gesagt. Der geplante Bike-Trip von La Paz 3600m runter in die Yungas mussten wir zwar leider absagen – Alvaros Universität hat für diese Woche kurzfristig Prüfungen angekündigt, so dass er am Wochenende lernen musste. Dass ist zwar mühsam für ihn, und ein bisschen typisch für vieles was in diesem Land nicht optimal läuft. Ich meinerseits geniesse allerdings die Zeit in dieser – soweit mein Eindruck nicht trügt – friedlichen Stadt: Ins Leben einzutauchen, eine Salteña (lokale Spezialität, eine Art Krapfen) essen, einen Fruchtsaft trinken.
Heute hatte ich ein weiteres Interview bei dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. Nun bin ich vor allem gespannt zu hören, wie andere Parteien die Sache sehen. Morgen gibts Interviews mit der Elektrizitätsfirma die das Wasserkraftwerk in den Yungas betreibt, sowie mit zwei Behörden, die in den Clean Development Mechanism involviert sind. Interessante Inputs habe ich zudem von einem Schweizer bekommen, der hier lebt, und ein Beratungsbüro auf dem Gebiet von Emissionszertifikaten führt. Er sieht die Situation hier in Bolivien recht negativ: der Staat würde mit kurzsichtiger Politik Projekte eher abstossen als anziehen.
Heute wurde mir auch wieder mal in Erinnerung gerufen, dass ich meinen Aufenthalt hier Caritas verdanke. Die lokale Kordinatorin für Caritas Schweiz hat mich in ihr Büro eingeladen. Sie wollte ihren Arbeitsplatz eigentlich unserer ganzen Reisegruppe zeigen. Allerdings war unser Programm schon genügend vollgepackt. Nun hatte ich die Gelegenheit, ihr etwas einsames Büro zu sehen. Sie hat mir zudem von den vielen Projekten erzählt, die Caritas hier unterstützt.
Nun steht mir, wie oben erwähnt, noch ein geschäftiger Tag hier in La Paz bevor. Am Mittwoch Abend geht´s dann nach Cochabamba. Am Donnerstag und Freitag steht mir dann eine ähnlich strapaziöse Reise wie dem Rest der Gruppe bevor – hoffentlich wird der Koffer mitfliegen!
Kategorie 2008: SFBB IN BOLIVEN | 0 Kommentar » | von raphi
Autorenbiographie:
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