Etliche Monate liegen zwischen meinem letzen Blog Eintrag und heute. Monate in denen viel geschehen ist und in denen ich unbezahlbare Erfahrungen für mein Leben sammeln konnte. Heute nun werde ich mich von Caritas Schweiz verabschieden. Ein Abschied der mir sehr schwer fällt. Die Arbeit im Team in Mansehra und die Zusammenarbeit mit der Zentrale in Luzern waren phantastisch. Immer wieder ist es uns im Team gelungen auf veränderte Umstände zu reagieren und dabei sind wir unserem Ziel, für die notleidende Bevölkerung in Pakistan 40 Schulen zu bauen, mit grossen Schritten näher gekommen.

Aufgehört mit dem bloggen habe ich als wir uns nach Islamabad zurückziehen mussten. Damals war die Sicherheitslage in Mansehra im Umbruch und für eine gewisse Zeit war unklar wie sich die Zukunft gestalten wird. Riesige Unterstützung haben wir in dieser anspruchsvollen Zeit von unserem lokalen Team erfahren, die unter schwierigen Umständen mit grosser Begeisterung, Eigeninitiative und Pflichtbewusstsein an der Arbeit waren. Glücklicherweise konnten wir bald wieder nach Mansehra zurückkehren und somit auch selber wieder auf den Baustellen präsent sein.
Die Fahrten zu den Baustellen waren jedes Mal wieder toll. Die Landschaft in Pakistan verändert sich alle paar Wochen total. Karge Felder, Maisfelder, Regenwolken, Reisfelder und schon bald wieder karge Felder. Manchmal hätte ich wohl ohne unsere Site-Ingenieure den Weg zu den Baustellen kaum mehr gefunden. Es war ja längst nicht so, dass alle unsere Baustellen an der Strasse lagen und auch dann noch war natürlich nach einem Regentag nicht mehr daran zu denken auf dem glitschigen Lehmboden zu fahren. An diesen Tagen waren unsere Unternehmer, die das Material mit Eseln zu den Bauplätzen transportierten mussten, im Vorteil!

In der Zwischenzeit haben wir 16 Schulen abgeschlossen und an die Behörden übergeben. Es ist schön zwischendurch bei diesen Schulen vorbei zu gehen und zu geniessen, wie die Kinder auf dem Pausenhof spielen, die beschriebenen Wandtafeln zu bewundern oder einer Klasse beim Englischlernen zuzuhören. Schöne Momente sind auch die der Eröffnung der Schulen, die glitzernden Augen der Kinder, die stolzen Bewegungen der Lehrer und die lobenden Worte der Ehrengäste sind Ausdruck der Freude und Dankbarkeit der pakistanischen Bevölkerung für unseren Beitrag am Wiederaufbau.

Aus beruflicher Sicht war der Bau der High School in Khairabad eines meiner Highlights. In weniger als sechs Monaten ist es uns gelungen vier Module mit insgesamt 14 Klassenzimmern zu bauen. Der Weg nach Khairabad verläuft die letzte halbe Fahrstunde durch ein mehr oder weniger ausgetrocknetes Flussbett. Im Sommer hat es einen Monat lang beinahe ununterbrochen und heftig geregnet. Die Leistung die unsere lokalen Mitarbeiter und unser Bauunternehmer mit seinen weit über hundert Arbeitern an diesem Ort erbracht haben ist einzigartig. Dementsprechend gross war die Unterstützung der lokalen Bevölkerung und die Freude bei den Behörden anlässlich der Eröffnung. Eindrücklich für mich war es anlässlich der wöchentlichen Baustellenbesuche den Bauablauf nahe mit zu verfolgen. Es hat Mut und Zuversicht gebraucht diesen Prozess zu steuern, viel gutes Zureden und Motivation, einen riesigen Einsatz unserer Mitarbeiter und natürlich auch eine Prise Glück.
Besuche von Donatoren haben aufgrund der angespannten Sicherheitslage im vergangenen Jahr nur wenige stattgefunden. Es ist eine grosse Herausforderung neben dem ungebremst fortschreitenden Tagesgeschäft Besucher im Büro und im Feld zu begleiten. Anlässlich eines umfassenden Evaluationsbesuches der Glückskette konnten wir alle unsere Projekte vorstellen und haben ein sehr positives Feedback erhalten was uns natürlich sehr gefreut hat.
Neben der Arbeit gab es in Mansehra nicht viel zu erleben, abgesehen von den wenigen Ausflügen auf den lokalen Markt. Umso mehr habe ich die Abende zusammen mit Thomas – dem zweiten Delegierten der Caritas Schweiz – und unseren Kollegen von der DEZA genossen. In dieser kleinen Gruppe an verbleibenden Expats haben wir uns an die Schweiz erinnert und zusammen Bärner-Platte, Bratwürste oder Zopf gegessen. Willkommene kulinarische und gesellschaftliche Abwechslungen!
Unsere Arbeit vor Ort ist nicht zu Ende. Caritas Schweiz wird bis Ende 2009 in Mansehra präsent sein. Thomas war nun während einigen Wochen alleiniger Delegierter vor Ort. In wenigen Tagen wird unser neuer Delegierter Silvio zu ihm stossen. Es war schön, dass ich Silvio in Luzern noch einige meiner Erfahrungen weitergeben durfte. Nun bleibt mir nur noch dem ganzen Team weiterhin viel Erfolg zu wünschen! Toi, toi, toi.
Herzliche Grüsse
Simon








