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NEWS AUS SINGKIL
Montag, den 16. Februar 2009

Haus Nr. 601 steht in Luzern
Godi Koch, unser Projektverantwortlicher für das Projekt in Singkil, staunte nicht schlecht, als er vor einigen Tagen eine grosse Holzkiste aufmachte, die per Luftpost bei ihm gelandet war. Die Kiste enthielt ein Geschenk des Caritas Teams in Singkil… Seither steht in Godis Büro ein kleines Abbild von einem der 600 Häuser, die in Singkil in den letzen drei Jahren wiederaufgebaut worden sind.
Zur Erinnerung: Am 28. März 2005 ereignete sich in der indonesischen Region Singkil und auf der Insel Nias das stärkste Tsunami-Nachbeben mit einer Stärke von 8.7 auf der Richterskala. Dabei starben rund 900 Personen und rund 100 000 Menschen verloren ihr Obdach, da die meisten Gebäude sowie fast die ganze Infrastruktur der Stadt Singkil zerstört wurden. Caritas setzte sich mit seinem Umsiedlungs- und Wiederaufbauprojekt zum Ziel, bis Ende 2008 600 Familien beim Bau neuer erdbebensicherer Häuser sowie der nötigen Siedlungsinfrastruktur zu unterstützen. Die Begünstigten bauten ihre Häuser selber – nach intensivem Training und unter Anleitung von Caritas-Mitarbeitern. Für das gesamte Projekt wurden rund 9 Millionen Schweizer Franken eingesetzt.
Im Blog “News aus Singkil” berichteten Fred, Susanne und Jana regelmässig, wie es mit dem Projekt voran ging. Alle Infos zum Projekt gibt es im Projektbeschrieb.
Das Projekt zum Wiederaufbau der 600 Häuser ist nun vor Ort offiziell abgeschlossen – hier in der Schweiz jedoch noch nicht ganz. Davon zeugen die acht riesigen Pakete, die Godi mit dem kleinen roten Modelhaus erhalten hat: ihm wurde in acht grossen Paketen die gesamte Projektbuchhaltung aus Singkil, also sämtliche Belege etc. der Ausgaben der letzen drei Jahre, für die Abrechnung zugeschickt. Bis diese durchgeackert sind, werden also noch einige Woche vergehen…

Kategorie NEWS AUS SINGKIL | 0 Kommentar » | von sara
Autorenbiographie: Sara arbeitet bei youngCaritas, findet das Reisen mit dem Rucksack in aller Welt, Gewitternächte im Sommer, Milky Way und Wasabi (nicht zusammen), Rennvelo-Touren im Jura, youngCaritas-Award-Projekte wie THE TRIP 09, farbige Sonnenbrillen und Bangkok super. Dafür bringen sie laute Nachbarn, mürrische Antworten, Unpünktlichkeit, gierige wohlhabende Mitmenschen, Würmer im Broccoli, Schlägertypen und verregnete Sommertage auf die Palme.
Dienstag, den 11. November 2008
Es ist ein schönes und ein befriedigendes Gefühl, jetzt wo das Umsiedlungs- und Wiederaufbau Projekt in Singkil beendet ist und nach mehr als eineinhalb Jahren leben und wohnen in Singkil, in die Schweiz zurück zu kehren. Aus dem „Niemandsland“, das Trandas vor dem Projektbeginn einmal war, ist das jüngste Aussenquartier Singkils entstanden – und mit jedem Tag entwickelt es sich mehr und mehr.
 
Trandas hat sich zu einem Aussenquartier von Singkil entwickelt; ein Beneficiary mit seiner Tochter auf der Veranda
Gemäss unseren Richtlinien, sind alle 600 Häuser fertig gebaut – das heisst aber noch lange nicht, dass die Beneficiaries ihr Haus nicht gemäss ihre speziellen und individuellen Bedürfnissen umgestalten und anpassen würden. Im erdbebensicheren Bauen haben sie sich während dem regulären Hausbau geübt. Fast schon obligat ist die Verbindung des Caritas-Hauses mit der Baracke, in der eine Beneficiary-Familie wohnte, bevor das Haus bezugsbereit war. Der zusätzliche Wohnraum wird meist als grosse Küche oder als weiteren Schlafraum benützt. Der zweite Renner ist die Umnutzung der Frontveranda als Lädeli, am besten gleich mit kleinem Restaurant. Weiter sind jede Menge Heimwerkstätte entstanden, es gibt vergrösserte Veranden in x-beliebigen Massen, dem Haus ausgelagerte Badezimmer, umzäunte Gärten, und und und.
  
Feierlichkeiten auf Trandas; ein kleines Lädeli; eine Verbindung zwischen dem Caritas-Haus und der ehemaligen Baracke inklusiver Heimwerkstatt
Auch wenn nun alle Beneficiary-Familien ihr Haus gebaut haben, wird Caritas aus Trandas noch nicht so schnell verschwinden. Ein Livelihood-Projekt hat eben begonnen und wird für die nächsten Jahre die Beneficaries beim Aufbau und der Etablierung existenzsichernder Lebensgrundlagen begleitet und sie auf die Risiken natur- und menschgemachter Katastrophen sensibilisieren und Präventionsmassnahmen einleiten.
Ich selber werde in zwei Wochen in die Schweiz zurückreisen. Der Abschied fällt mir schwer – jedoch ist auch die Freude auf das Wiedersehen mit Freunden und Familie gross. Bis dahin geniesse ich aber noch einige schöne und erholsame Tage auf Indonesiens beliebtester Ferieninsel.
 
Herzliche Grüsse aus Bali
Jana
Kategorie NEWS AUS SINGKIL | 3 Kommentare » | von Jana
Autorenbiographie:
Montag, den 7. Juli 2008
Und plötzlich passieren die Dinge doch schneller als erwartet, wenn auch vielleicht anders als gedacht.
Eben noch habe ich im letzten Blogeintrag davon berichtet, wie die Stromverbindung endlich auch bis nach Trandas kam – und in der Zwischenzeit sind schon wieder ein paar Häuser mehr angeschlossen – und nur die Strassenbeleuchtung noch auf sich warten lässt.
Nun, mein gestriger Besuch auf dem Umsiedlungsland hat mich ins Dorf Siti Ambia geführt und genau: Zur ersten Strassenlaterne.

Première: Die erste Strassenlaterne von Trandas…
Es ist zugegebenermassen keine Laterne, die der Norm entspricht. Und diese Ecke von Siti Ambia, die eben frisch gerodet und gesäubert worden ist, ist auch nicht gerade der am stärksten frequentierte Dorfkern. Nein, die Beleuchtung dient hier vor allem zum Schutz und zur besseren Überwachung des Baumaterials, das in den nächsten Tagen hierher geliefert wird.

…ist keine Normanfertigung
Ob ich mir wohl auch andere Dinge herbeibloggen kann? In dem Fall würde ich mir eine funktionierende Flugverbindung nach Medan, der ’nächsten‘ Stadt mit einem grösseren Einkaufsangebot, wünschen. Die 8-stündige Autoreise ist mit der Zeit doch sehr anstrengend und ermüdend. Ein neuer Flughafen wurde in Singkil vor ein paar Monaten eröffnet. Nur mit der Verbindung hapert es noch. Die vorgesehene Fluggesellschaft ist wegen Sicherheitsmängel vom indonesischen Staat eingestellt worden. Von daher bin ich wohl doch lieber länger im Auto unterwegs, dafür sicher.
Auf bald,
Jana
Kategorie NEWS AUS SINGKIL | 1 Kommentar » | von Jana
Autorenbiographie:
Montag, den 30. Juni 2008
Stockdunkel war es jeweils in der Nacht, bevor Trandas ans Elektrizitätsnetz angeschlossen wurde. Wer schon seit Anfang auf dem Umsiedlungsland wohnten, konnten Abends nur mittels Petrollampen etwas Licht ins Dunkle bringen. Etwas später kam der Dorfgenerator. Wer einen Unkostenbeitrag leistete und eine Verbinung zur Barracke hatte, konnte Strom empfangen. Der eine oder andere Bewohner von Trandas, zapfte wohl auch an den Generator von Caritas an, der sonst nur für den Gebrauch im Bau verwendet wird. Dies ist aber alles vorbei, denn endlich kommt der Strom direkt ins Haus.

Trandas by Night
Die Elektroinstallation (Leitungen, Stecker, Lampenfassungen) für jedes Haus wird von einem unserer zwei Elektroinstallateuren vorgenommen sobald ein Haus soweit fortgeschritten ist. Die nächste Etappe erfolgt, wenn der Hausbau (unabhängig von der WatSan Einrichtung) vollständig von unserer Bauabteilung abgenommen wurde: Wir geben dem Elektrizitätswerk Bescheid, dass das betreffende Haus ans Netz angeschlossen werden kann. Es hat einige Diskussionen gedauert, bis der Zeitpunkt dieser Datenübergabe ans Elektrizitätswerk, sowohl von unserer Bauabteilung verantwortbar (das Haus muss fertig gebaut sein, bevor wir es für den Stromanschluss freigeben können) als auch von den Beneficiaries akzeptiert und verstanden wurde (lieber gestern schon als erst morgen). Da die tatsächliche Verbindung der Häuser an das Stromnetz durch das Elektrizitätswerk in mehreren Etappen erfolgt, beginnt damit für die meisten Beneficiaries das warten auf den lang ersehnten – künstlichen – Lichtblick.

Verweilen in einem warung
Abends macht Trandas nun einen ganz anderen Eindruck. Die kleinen warung (Lädeli und Mini-Restaurant) laden bis spätabends zum Verweilen ein. Nur noch die gelegentlichen Stromausfälle erinnern ab und zu an früheren Zeiten.
Die nächste grosse Erhellung wird kommen, wenn dereinst auch alle Strassen und Wege in Trandas mit Strassenlaternen versehen sind.
Bis bald,
Jana
Kategorie NEWS AUS SINGKIL | 0 Kommentar » | von Jana
Autorenbiographie:
Montag, den 21. April 2008
Christina hat schon davon berichtet: Wir waren auf Besuch in Meulaboh. Anlass war ein Do-No-Harm-Workshop, um bei der Umsetzung unserer Programme eine maximale Ein-bettung in die lokalen Gegebenheiten zu sichern und ohne unerwünschte Nebeneffekte zu verursachen.

Auf Feld-Besuch in Meulaboh
Und ja, das unterschiedliche Leben und Arbeiten in Meulaboh und Singkil hat auch bei uns Eindruck hinterlassen. Bei allen Singkil-Teilnehmenden hat das komfortable und grosszügige Meulaboh-Büro imponiert – im Gegensatz zu demjenigen in Singkil, das klein angefangen hat und mit zunehmender Mitarbeiterzahl immer weiter ausgebaut werden musste – oder auch die produktive Arbeitsatmosphäre. Der Workshop hat bei allen das Bewusstsein für den grösseren Kontext verschärft.
Wenn ich an Meulaboh denke, kommt mir unweigerlich die (einzige) Verkehrsampel im Zentrum in den Sinn, als Sinnbild für den städtischen Charakter im Gegensatz zu unserem ländlichen und kleinen Singkil. Aber besonders in Erinnerung bleiben mir die angeregten Diskussionen während dem Workshop und ganz im Allgemeinen der Austausch mit den Meulaboh-Leuten. Und so hoffe ich, bald in Singkil eine Meulaboh-Delegation zu begrü-ssen.
Auf bald,
Jana
Kategorie NEWS AUS SINGKIL | 0 Kommentar » | von Jana
Autorenbiographie:
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