

Internationales MigrAction-Weekend 2026
Vom 17. bis 20. September trafen sich junge engagierte Menschen aus verschiedenen Ländern zum MigrAction-Weekend 2026 in Aarburg. Gemeinsam setzten wir uns mit Migration, Flucht und gesellschaftlichem Engagement auseinander, lernten voneinander und knüpften neue Bekanntschaften. Dank der Unterstützung der Stiftung Movetia war die Teilnahme auch dieses Jahr wieder kostenlos.
Mittwoch: Ankommen in Zürich
Für die internationalen Teilnehmenden begann das Wochenende bereits am Mittwochabend mit der Anreise nach Zürich. Startschuss bildete ein Get-together mit Apéro und anschliessender Pizza-Party bei Caritas Zürich. In entspannter Atmosphäre konnten sich die ersten Teilnehmenden kennenlernen, bevor es zur Erholung und Übernachtung ins Hotel ging.
Donnerstag: Gemeinsam unterwegs
Nach dem Check-out trafen wir uns erneut bei Caritas Zürich, wo nun auch die Teilnehmenden aus der Schweiz zur Gruppe dazustiessen. Gemeinsam starteten wir in den von youngCaritas begleiteten Tagesausflug. Zuerst genossen wir eine einstündige Rundfahrt auf dem Zürichsee. Anschliessend führte uns der Weg auf den Uetliberg, wo eine tolle Aussicht über die Stadt Zürich auf uns wartete.
Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Aarburg, dem Austragungsort des Weiterbildungswochenendes. Gegen 17 Uhr erreichten wir die Villa Jugend.
Nach dem Abendessen sorgte ein Kennenlernspiel für die ersten gemeinsamen Lacher in der nun fast vollständigen Gruppe. Nevin und Laura von youngCaritas begrüssten alle Teilnehmenden offiziell und stellten das Awareness-Konzept vor. Damit wurde von Beginn an deutlich, dass dieses Wochenende ein respektvoller und geschützter Raum sein sollte, in dem auch schwierige Themen Platz haben.
Freitag: Migration im gesellschaftlichen Kontext
Der Freitag begann mit einem Basisblock, der uns ein gemeinsames Fundament zu den Themen Migration und Flucht vermittelte.
Anschliessend zeigte Pascal Zwicky vom Denknetz in seinem Referat «Kapitalismus, Krise und Faschismus – was passiert da gerade?» auf, wie wirtschaftliche und politische Entwicklungen zusammenhängen. Sein Input regte viele Diskussionen an und beschäftigte uns weit über das Referat hinaus.
Am Nachmittag zeigte uns Lara Hoeft von Pikett Asyl anhand von «GEAS und der Dublin-Reform», wie der EU-Asylpakt und die Reform des Dublin-Systems den Alltag von Geflüchteten ganz konkret verändern; von der Frage, was nach einem negativen Asylentscheid passiert, bis zum Ausblick auf die geplante Rückführungsverordnung. Trockene Materie auf dem Papier, aber mit sehr menschlichen Konsequenzen, wie uns schnell klar wurde.
Zum Abschluss des Tages holte uns Miriam Aertker vom UNHCR-Büro für die Schweiz und Liechtenstein mit dem Thema «Frauen auf der Flucht» emotional ab. Sie stieg mit einer einfachen, aber eindrücklichen Frage ein: Was würdest du mitnehmen, wenn du dein Zuhause innerhalb weniger Minuten verlassen müsstest? Anschliessend stelle sie uns das Mandat und die Zahlen des UNHCR genauer vor, gab Einblicke in aktuelle Fluchtrouten und Krisenkontexte sowie die besondere Situation von Frauen und Müttern in Flüchtlingslagern. Am Abend liessen wir die vielen Eindrücke am Lagerfeuer gemeinsam nachwirken und kamen bei Gesprächen und Begegnungen wieder etwas zur Ruhe.
Samstag: Perspektiven teilen und voneinander lernen
Am Samstagmorgen ging es mit dem Parcours «Asylverfahren Schweiz» weiter, den Yama, Nevin und Laura gestalteten – ein anschaulicher, interaktiver Einblick in einen Prozess, der für viele bis dahin eine Blackbox gewesen war. Im Anschluss schauten wir gemeinsam den Film «Bigger Than Us», der uns nochmals eine ganz andere, persönlichere Perspektive auf Engagement und globale Ungerechtigkeiten eröffnete.
Nach dem Mittagessen stand das World Café auf dem Programm. Die Teilnehmenden aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Luxemburg stellten einander ihre eigenen Engagements und Projekte vor, kamen ins Gespräch, sammelten Ideen und liessen uns von den Initiativen der anderen inspirieren.
Im anschliessenden Freizeitblock konnte jede und jeder selbst entscheiden, wie der Nachmittag aussehen sollte: Die einen schnürten die Schuhe und erkundeten Aarburg, andere fanden sich zu einer spontanen Runde Volleyball zusammen, während der Rest die freie Zeit nutzte, um sich von den vielen Eindrücken der letzten Tage etwas zu erholen – sei es bei einem Nickerchen, einem Buch oder einem ruhigen Gespräch im Schatten.
Am Abend gehörte die Bühne den Teilnehmenden selbst. Bei «Share your Skills» präsentierten sie ihre Talente, von lateinamerikanischen und sri-lankischen Tänzen bis hin zu einem Quiz über ausgewählte luxemburgische Wortbedeutungen. Danach liessen wir das Wochenende bei einer Disco gemeinsam ausklingen.
Sonntag: Verstehen, was Menschen bewegt
Der letzte Morgen begann mit einem Workshop von Christine und Nesar zu den Push- und Pull-Faktoren der Migration. Der Input verband viele Themen der vergangenen Tage und half uns, besser zu verstehen, warum Menschen ihre Heimat verlassen und was sie an einen neuen Ort zieht.
Im abschliessenden «Recap» liessen wir das Wochenende gemeinsam nochmals Revue passieren: Wir teilten unsere Highlights, sprachen aber auch offen über Momente, die weniger rund verlaufen waren. Zudem bedankten wir uns bei der Küche für die durchgehend leckere Verpflegung, die uns die letzten vier Tage über bei Kräften gehalten hatte, sowie beim OK für die Organisation dieser intensiven Tage.
Gegen 14 Uhr hiess es dann Abschied nehmen. Wir reisten mit neuen Perspektiven, vielen Denkanstössen und Kontakten aus verschiedenen Ländern nach Hause und mit der Motivation, unser eigenes Engagement weiterzutragen.
Infos zum Event
Dieses Projekt wurde unterstützt von der Stiftung Movetia.

Weitere Informationen
Kontakt

Laura Panduri
Bildungsverantwortliche youngCaritas Schweiz+41 41 419 20 01lpanduri@caritas.ch
Titelbild: © youngCaritas